Lutherbibel 1912
1. Korinther 13
1Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete , und hätte der Liebe nicht , so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle .
2Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben , also daß ich Berge versetzte , und hätte der Liebe nicht , so wäre ich nichts .
3Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen , und hätte der Liebe nicht , so wäre mir's nichts nütze .
4Die Liebe ist langmütig und freundlich , die Liebe eifert nicht , die Liebe treibt nicht Mutwillen , sie blähet sich nicht ,
5sie stellet sich nicht ungebärdig , sie suchet nicht das Ihre , sie läßt sich nicht erbittern , sie rechnet das Böse nicht zu ,
6sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit , sie freut sich aber der Wahrheit ;
7sie verträgt alles , sie glaubet alles , sie hoffet alles , sie duldet alles .
8Die Liebe höret nimmer auf , so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird .
9Denn unser Wissen ist Stückwerk , und unser Weissagen ist Stückwerk .
10Wenn aber kommen wird das Vollkommene , so wird das Stückwerk aufhören .
11Da ich ein Kind war , da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge ; da ich aber ein Mann ward , tat ich ab , was kindisch war .
12Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort ; dann aber von Angesicht zu Angesicht . Jetzt erkenne ich's stückweise ; dann aber werde ich erkennen , gleichwie ich erkannt bin .
13Nun aber bleibt Glaube , Hoffnung , Liebe , diese drei ; aber die Liebe ist die größte unter ihnen .