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Lutherbibel 1912

1. Könige 20

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1Und Benhadad , der König von Syrien , versammelte alle seine Macht , und waren zweiunddreißig Könige mit ihm und Roß und Wagen , und zog herauf und belagerte Samaria und stritt dawider

2und sandte Boten zu Ahab , dem König Israels , in die Stadt

3und ließ ihm sagen : So spricht Benhadad : Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine Weiber und deine besten Kinder sind auch mein.

4Der König Israels antwortete und sprach : Mein Herr König , wie du geredet hast ! Ich bin dein und alles , was ich habe.

5Und die Boten kamen wieder und sprachen : So spricht Benhadad : Weil ich zu dir gesandt habe und lassen sagen : Dein Silber und dein Gold , deine Weiber und deine Kinder sollst du mir geben ,

6so will ich morgen um diese Zeit meine Knechte zu dir senden , daß sie dein Haus und deiner Untertanen Häuser durchsuchen ; und was dir lieblich ist , sollen sie in ihre Hände nehmen und wegtragen .

7Da rief der König Israels alle Ältesten des Landes und sprach : Merkt und seht , wie böse er' s vornimmt ! Er hat zu mir gesandt um meine Weiber und Kinder , Silber und Gold , und ich hab ihm nichts verweigert .

8Da sprachen zu ihm alle Alten und das Volk : Du sollst nicht gehorchen noch bewilligen .

9Und er sprach zu den Boten Benhadads : Sagt meinem Herrn , dem König : Alles , was du am ersten entboten hast , will ich tun ; aber dies kann ich nicht tun . Und die Boten gingen hin und sagten solches wieder .

10Da sandte Benhadad zu ihm und ließ ihm sagen : Die Götter tun mir dies und das , wo der Staub Samarias genug sein soll , daß alles Volk unter mir eine Handvoll davon bringe.

11Aber der König Israels antwortete und sprach : Sagt : Der den Harnisch anlegt , soll sich nicht rühmen wie der, der ihn hat abgelegt .

12Da das Benhadad hörte und er eben trank mit den Königen in den Gezelten , sprach er zu seinen Knechten : Schickt euch ! Und sie schickten sich wider die Stadt .

13Und siehe , ein Prophet trat zu Ahab , dem Königs Israels , und sprach : So spricht der HERR : Du hast ja gesehen all diesen großen Haufen . Siehe , ich will ihn heute in deine Hand geben , daß du wissen sollst, ich sei der HERR .

14Ahab sprach : Durch wen ? Er sprach : So spricht der HERR : Durch die Leute der Landvögte . Er sprach : Wer soll den Streit anheben ? Er sprach : Du .

15Da zählte er die Landvögte , und ihrer waren zweihundertzweiunddreißig , und zählte nach ihnen das Volk aller Kinder Israel , siebentausend Mann.

16Und sie zogen aus am Mittag . Benhadad aber trank und war trunken im Gezelt samt den zweiunddreißig Königen , die ihm zu Hilfe gekommen waren .

17Und die Leute der Landvögte zogen am ersten aus . Benhadad aber sandte aus , und die sagten ihm an und sprachen : Es ziehen Männer aus Samaria .

18Er sprach : Greift sie lebendig , sie seien um Friedens oder um Streit ausgezogen !

19Da aber die Leute der Landvögte waren ausgezogen und das Heer ihnen nach ,

20schlug ein jeglicher , wer ihm vorkam . Und die Syrer flohen und Israel jagte ihnen nach . Und Benhadad , der König von Syrien , entrann mit Rossen und Reitern .

21Und der König Israels zog aus und schlug Roß und Wagen , daß er an den Syrern eine große Schlacht tat .

22Da trat der Prophet zum König Israels und sprach zu ihm: Gehe hin und stärke dich und merke und siehe , was du tust ! Denn der König von Syrien wird wider dich heraufziehen , wenn das Jahr um ist.

23Denn die Knechte des Königs von Syrien sprachen zu ihm : Ihre Götter sind Berggötter ; darum haben sie uns überwunden . O daß wir mit ihnen auf der Ebene streiten müßten! Was gilt' s , wir wollten sie überwinden !

24Tue also : Tue die Könige weg , einen jeglichen an seinen Ort , und stelle die Landpfleger an ihre Stätte

25und ordne dir ein Heer , wie das Heer war, das du verloren hast , und Roß und Wagen , wie jene waren, und laß uns wider sie streiten auf der Ebene . Was gilt' s , wir wollen ihnen obliegen ! Er gehorchte ihrer Stimme und tat also .

26Als nun das Jahr um war , ordnete Benhadad die Syrer und zog herauf gen Aphek , wider Israel zu streiten .

27Und die Kinder Israel ordneten sich auch und versorgten sich und zogen hin ihnen entgegen und lagerten sich gegen sie wie zwei kleine Herden Ziegen . Der Syrer aber war das Land voll .

28Und es trat der Mann Gottes herzu und sprach zum König Israels : So spricht der HERR : Darum daß die Syrer haben gesagt , der HERR sei ein Gott der Berge und nicht ein Gott der Gründe , so habe ich all diesen großen Haufen in deine Hand gegeben , daß ihr wisset , ich sei der HERR .

29Und sie lagerten sich stracks gegen jene, sieben Tage . Am siebenten Tage zogen sie zuhauf in den Streit ; und die Kinder Israel schlugen die Syrer hunderttausend Mann Fußvolk auf einen Tag .

30Und die übrigen flohen gen Aphek in die Stadt ; und die Mauer fiel auf die übrigen siebenundzwanzigtausend Mann . Und Benhadad floh auch in die Stadt von einer Kammer in die andere .

31Da sprachen seine Knechte zu ihm: Siehe , wir haben gehört , daß die Könige des Hauses Israel barmherzige Könige sind ; so laßt uns Säcke um unsere Lenden tun und Stricke um unsre Häupter und zum König Israels hinausgehen ; vielleicht läßt er deine Seele leben .

32Und sie gürteten Säcke um ihre Lenden und Stricke um ihre Häupter und kamen zum König Israels und sprachen : Benhadad , dein Knecht , läßt dir sagen : Laß doch meine Seele leben ! Er aber sprach : Lebt er noch, so ist er mein Bruder .

33Und die Männer nahmen eilend das Wort von ihm und deuteten' s für sich und sprachen : Ja dein Bruder Benhadad . Er sprach : Kommt und bringt ihn! Da ging Benhadad zu ihm heraus. Und er ließ ihn auf dem Wagen sitzen .

34Und Benhadad sprach zu ihm: Die Städte , die mein Vater deinem Vater genommen hat , will ich dir wiedergeben ; und mache dir Gassen zu Damaskus , wie mein Vater zu Samaria getan hat . So will ich (sprach Ahab) mit einem Bund dich ziehen lassen . Und er machte mit ihm einen Bund und ließ ihn ziehen .

35Da sprach ein Mann unter den Kindern der Propheten zu seinem Nächsten durch das Wort des HERRN : Schlage mich doch ! Er aber weigerte sich, ihn zu schlagen .

36Da sprach er zu ihm: Darum daß du der Stimme des HERRN nicht hast gehorcht , siehe , so wird dich ein Löwe schlagen , wenn du von mir gehst . Und da er von ihm abging , fand ihn ein Löwe und schlug ihn .

37Und er fand einen anderen Mann und sprach : Schlage mich doch ! und der Mann schlug ihn wund .

38Da ging der Prophet hin und trat zum König an den Weg und verstellte sein Angesicht mit einer Binde .

39Und da der König vorüberzog , schrie er den König an und sprach : Dein Knecht war ausgezogen mitten in den Streit . Und siehe , ein Mann war gewichen und brachte einen Mann zu mir und sprach : Verwahre diesen Mann ; wo man ihn wird vermissen , so soll deine Seele anstatt seiner Seele sein , oder du sollst einen Zentner Silber darwägen .

40Und da dein Knecht hier und da zu tun hatte , war der nicht mehr da . Der König Israels sprach zu ihm: Das ist dein Urteil ; du hast es selbst gefällt .

41Da tat er eilend die Binde von seinem Angesicht ; und der König Israels kannte ihn , daß er der Propheten einer war.

42Und er sprach zu ihm: So spricht der HERR : Darum daß du hast den verbannten Mann von dir gelassen , wird deine Seele für seine Seele sein und dein Volk für sein Volk .

43Aber der König Israels zog hin voll Unmuts und zornig in sein Haus und kam gen Samaria .

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