Lutherbibel 1912
1. Samuel 22
1David ging von dannen und entrann in die Höhle Adullam . Da das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters , kamen sie zu ihm hinab dahin .
2Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer , die in Not und Schulden und betrübten Herzens waren; und er war ihr Oberster , daß bei vierhundert Mann bei ihm waren .
3Und David ging von da gen Mizpe in der Moabiter Land und sprach zu der Moabiter König : Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch aus und ein gehen, bis ich erfahre , was Gott mit mir tun wird .
4Und er ließ sie vor dem König der Moabiter , daß sie bei ihm blieben , solange David sich barg an sicherem Orte .
5Aber der Prophet Gad sprach zu David : Bleibe nicht verborgen , sondern gehe hin und komm ins Land Juda . Da ging David hin und kam in den Wald Hereth .
6Und es kam vor Saul , daß David und die Männer , die bei ihm waren, wären hervorgekommen . Und Saul saß zu Gibea unter dem Baum auf der Höhe und hatte seinen Spieß in der Hand , und alle seine Knechte standen neben ihm.
7Da sprach Saul zu seinen Knechten , die neben ihm standen : Höret , ihr Benjaminiter ! wird auch der Sohn Isais euch allen Äcker und Weinberge geben und euch alle über tausend und über hundert zu Obersten machen ,
8daß ihr euch alle verbunden habt wider mich und ist niemand , der es meinen Ohren offenbarte , weil auch mein Sohn einen Bund gemacht hat mit dem Sohn Isais ? Ist niemand unter euch, den es kränke meinethalben und der es meinen Ohren offenbare ? Denn mein Sohn hat meinen Knecht wider mich auferweckt , daß er mir nachstellt , wie es am Tage ist.
9Da antwortete Doeg , der Edomiter , der neben den Knechten Sauls stand , und sprach : Ich sah den Sohn Isais , daß er gen Nobe kam zu Ahimelech , dem Sohn Ahitobs .
10Der fragte den HERRN für ihn und gab ihm Speise und das Schwert Goliaths , des Philisters .
11Da sandte der König hin und ließ rufen Ahimelech , den Priester , den Sohn Ahitobs , und seines Vaters ganzes Haus , die Priester , die zu Nobe waren. Und sie kamen alle zum König .
12Und Saul sprach : Höre , du Sohn Ahitobs ! Er sprach : Hier bin ich, mein Herr .
13Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr einen Bund wider mich gemacht , du und der Sohn Isais , daß du ihm Brot und Schwert gegeben und Gott für ihn gefragt hast , daß du ihn erweckest , daß er mir nachstelle , wie es am Tage ist?
14Ahimelech antwortete dem König und sprach : Und wer ist unter allen deinen Knechten wie David , der getreu ist und des Königs Eidam und geht in deinem Gehorsam und ist herrlich gehalten in deinem Hause ?
15Habe ich denn heute erst angefangen Gott für ihn zu fragen ? Das sei ferne von mir ! Der König lege solches seinem Knecht nicht auf noch meines Vaters ganzem Hause ; denn dein Knecht hat von allem diesem nichts gewußt , weder Kleines noch Großes .
16Aber der König sprach : Ahimelech , du mußt des Todes sterben , du und deines Vater ganzes Haus .
17Und der König sprach zu seinen Trabanten , die neben ihm standen : Wendet euch und tötet des HERRN Priester ! denn ihre Hand ist auch mit David , und da sie wußten , daß er floh , haben sie mir' s nicht eröffnet . Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hände nicht an die Priester des HERRN legen , sie zu erschlagen .
18Da sprach der König zu Doeg : Wende du dich und erschlage die Priester ! Doeg , der Edomiter , wandte sich und erschlug die Priester , daß des Tages starben fünfundachtzig Männer , die leinene Leibröcke trugen .
19Und die Stadt der Priester , Nobe, schlug er mit der Schärfe des Schwerts , Mann und Weib , Kinder und Säuglinge , Ochsen und Esel und Schafe .
20Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs , des Sohnes Ahitobs , der hieß Abjathar , und floh David nach
21und verkündigte ihm , daß Saul die Priester des HERRN erwürgt hätte .
22David aber sprach zu Abjathar : Ich wußte es wohl an dem Tage , da der Edomiter Doeg da war, daß er's würde Saul ansagen . Ich bin schuldig an allen Seelen in deines Vaters Hause .
23Bleibe bei mir und fürchte dich nicht ; wer nach meinem Leben steht , der soll auch nach deinem Leben stehen , und sollst mit mir bewahrt werden.