Lutherbibel 1912
2. Könige 9
1Elisa aber, der Prophet , rief der Propheten Kinder einen und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Ölkrug mit dir und gehe hin gen Ramoth in Gilead .
2Und wenn du dahin kommst , wirst du daselbst sehen Jehu , den Sohn Josaphats , des Sohnes Nimsis . Und gehe hinein und heiß ihn aufstehen unter seinen Brüdern und führe ihn in die innerste Kammer
3und nimm den Ölkrug und schütte es auf sein Haupt und sprich : So sagt der HERR : Ich habe dich zum König über Israel gesalbt . Und sollst die Tür auftun und fliehen und nicht verziehen .
4Und der Jüngling , der Diener des Propheten , ging hin gen Ramoth in Gilead .
5Und da er hineinkam , siehe , da saßen die Hauptleute des Heeres . Und er sprach : Ich habe dir , Hauptmann , was zu sagen . Jehu sprach : Welchem unter uns allen ? Er sprach : Dir , Hauptmann .
6Da stand er auf und ging hinein . Er aber schüttete das Öl auf sein Haupt und sprach zu ihm : So sagt der HERR , der Gott Israels : Ich habe dich zum König gesalbt über das Volk Israel .
7Und du sollst das Haus Ahabs , deines Herrn , schlagen , daß ich das Blut der Propheten , meiner Knechte , und das Blut aller Knechte des HERRN räche , das die Hand Isebels vergossen hat,
8daß das ganze Haus Ahab umkomme . Und ich will von Ahab ausrotten , was männlich ist, den Verschlossenen und Verlassenen in Israel ,
9und will das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams , des Sohnes Nebats , und wie das Haus Baesas , des Sohnes Ahias .
10Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker zu Jesreel , und soll sie niemand begraben . Und er tat die Tür auf und floh .
11Und da Jehu herausging zu den Knechten seines Herrn , sprach man zu ihm: Steht es wohl ? Warum ist dieser Rasende zu dir gekommen ? Er sprach zu ihnen: Ihr kennt doch den Mann wohl und was er sagt .
12Sie sprachen : Das ist nicht wahr ; sage es uns aber an ! Er sprach : So und so hat er mir geredet und gesagt : So spricht der HERR : Ich habe dich zum König gesalbt .
13Da eilten sie und nahm ein jeglicher sein Kleid und legte unter ihn auf die hohen Stufen und bliesen mit der Posaune und sprachen : Jehu ist König geworden !
14Also machte Jehu , der Sohn Nimsis , einen Bund wider Joram . Joram aber hatte mit ganz Israel vor Ramoth in Gilead gelegen wider Hasael , den König von Syrien .
15Und Joram der König war wiedergekommen , daß er sich heilen ließ zu Jesreel von den Wunden , die ihm die Syrer geschlagen hatten , da er stritt mit Hasael , dem König von Syrien . Und Jehu sprach : Ist' s euer Wille , so soll niemand entrinnen aus der Stadt , daß er hingehe und es ansage zu Jesreel .
16Und er fuhr und zog gen Jesreel , denn Joram lag daselbst ; so war Ahasja , der König Juda' s , hinabgezogen , Joram zu besuchen .
17Der Wächter aber, der auf dem Turm zu Jesreel stand , sah den Haufen Jehus kommen und sprach : Ich sehe einen Haufen . Da sprach Joram : Nimm einen Reiter und sende ihnen entgegen und sprich : Ist's Friede ?
18Und der Reiter ritt hin ihm entgegen und sprach : So sagt der König : Ist's Friede ? Jehu sprach : Was geht dich der Friede an? Wende dich hinter mich! Der Wächter verkündigte und sprach : Der Bote ist zu ihnen gekommen und kommt nicht wieder .
19Da sandte er einen andern Reiter . Da der zu ihnen kam , sprach er : So spricht der König : Ist's Friede ? Jehu sprach : Was geht dich der Friede an? Wende dich hinter mich!
20Das verkündigte der Wächter und sprach : Er ist zu ihnen gekommen und kommt nicht wieder . Und es ist ein Treiben wie das Treiben Jehus , des Sohnes Nimsis ; denn er treibt , wie wenn er unsinnig wäre .
21Da sprach Joram : Spannt an ! Und man spannte seinen Wagen an . Und sie zogen aus , Joram , der König Israels , und Ahasja , der König Juda' s , ein jeglicher auf seinem Wagen , daß sie Jehu entgegenkämen ; und sie trafen ihn auf dem Acker Naboths , des Jesreeliten .
22Und da Joram Jehu sah , sprach er: Jehu , ist's Friede ? Er aber sprach : Was Friede ? Deiner Mutter Isebel Abgötterei und Zauberei wird immer größer .
23Da wandte Joram seine Hand und floh und sprach zu Ahasja : Es ist Verräterei , Ahasja !
24Aber Jehu faßte den Bogen und schoß Joram zwischen die Arme , daß sein Pfeil durch sein Herz ausfuhr , und er fiel in seinen Wagen .
25Und er sprach zu seinem Ritter Bidekar : Nimm und wirf ihn auf den Acker Naboths , des Jesreeliten ! Denn ich gedenke , daß du mit mir auf einem Wagen seinem Vater Ahab nachfuhrst , da der HERR solchen Spruch über ihn tat :
26Was gilt's ( sprach der HERR ), ich will dir das Blut Naboths und seiner Kinder , das ich gestern sah , vergelten auf diesem Acker . So nimm nun und wirf ihn auf den Acker nach dem Wort des HERRN .
27Da das Ahasja , der König Juda' s , sah , floh er des Weges zum Hause des Gartens . Jehu aber jagte ihm nach und hieß ihn auch schlagen in dem Wagen auf der Höhe Gur , die bei Jibleam liegt. Und er floh gen Megiddo und starb daselbst .
28Und seine Knechte ließen ihn führen gen Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe mit seinen Vätern in der Stadt Davids .
29Ahasja aber regierte über Juda im elften Jahr Jorams , des Sohnes Ahabs .
30Und da Jehu gen Jesreel kam und Isebel das erfuhr , schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt und guckte zum Fenster hinaus.
31Und da Jehu unter das Tor kam , sprach sie : Ist's Simri wohl gegangen, der seinen Herrn erwürgte ?
32Und er hob sein Angesicht auf zum Fenster und sprach : Wer hält's hier mit mir? Da sahen zwei oder drei Kämmerer zu ihm heraus.
33Er sprach : Stürzt sie herab ! und sie stürzten sie herab , daß die Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprengt wurden , und sie ward zertreten .
34Und da er hineinkam und gegessen und getrunken hatte, sprach er : Sehet doch nach der Verfluchten und begrabet sie; denn sie ist eines Königs Tochter !
35Da sie aber hingingen , sie zu begraben , fanden sie nichts von ihr denn den Schädel und die Füße und ihre flachen Hände .
36Und sie kamen wieder und sagten's ihm an . Er aber sprach : Es ist, was der HERR geredet hat durch seinen Knecht Elia , den Thisbiter , und gesagt : Auf dem Acker Jesreel sollen die Hunde der Isebel Fleisch fressen ;
37und das Aas Isebels soll wie Kot auf dem Felde sein im Acker Jesreels , daß man nicht sagen könne : Das ist Isebel .