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Lutherbibel 1912

2. Samuel 11

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1Und da das Jahr um kam , zur Zeit , wann die Könige pflegen auszuziehen , sandte David Joab und seine Knechte mit ihm das ganze Israel , daß sie die Kinder Ammon verderbten und Rabba belagerten . David aber blieb zu Jerusalem .

2Und es begab sich , daß David um den Abend aufstand von seinem Lager und ging auf dem Dach des Königshauses und sah vom Dach ein Weib sich waschen ; und das Weib war sehr schöner Gestalt .

3Und David sandte hin und ließ nach dem Weibe fragen , und man sagte : Ist das nicht Bath- Seba , die Tochter Eliams , das Weib des Urias , des Hethiters ?

4Und David sandte Boten hin und ließ sie holen . Und da sie zu ihm hineinkam , schlief er bei ihr. Sie aber reinigte sich von ihrer Unreinigkeit und kehrte wieder zu ihrem Hause .

5Und das Weib ward schwanger und sandte hin und ließ David verkündigen und sagen : Ich bin schwanger geworden.

6David aber sandte zu Joab : Sende zu mir Uria , den Hethiter . Und Joab sandte Uria zu David .

7Und da Uria zu ihm kam , fragte David , ob es mit Joab und mit dem Volk und mit dem Streit wohl stünde ?

8Und David sprach zu Uria : Gehe hinab in dein Haus und wasche deine Füße . Und da Uria zu des Königs Haus hinausging , folgte ihm nach des Königs Geschenk .

9Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses , da alle Knechte seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus .

10Da man aber David ansagte : Uria ist nicht hinab in sein Haus gegangen , sprach David zu ihm : Bist du nicht über Feld hergekommen ? Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen ?

11Uria aber sprach zu David : Die Lade und Israel und Juda bleiben in Zelten , und Joab , mein Herr , und meines Herrn Knechte liegen im Felde , und ich sollte in mein Haus gehen , daß ich äße und tränke und bei meinem Weibe läge ? So wahr du lebst und deine Seele lebt , ich tue solches nicht.

12David sprach zu Uria : So bleibe auch heute hier ; morgen will ich dich lassen gehen . So blieb Uria zu Jerusalem des Tages und des andern dazu .

13Und David lud ihn, daß er vor ihm aß und trank , und machte ihn trunken . Aber des Abends ging er aus , daß er sich schlafen legte auf sein Lager mit seines Herrn Knechten , und ging nicht hinab in sein Haus .

14Des Morgens schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria .

15Er schrieb aber also in den Brief : Stellt Uria an den Streit , da er am härtesten ist, und wendet euch hinter ihm ab , daß er erschlagen werde und sterbe .

16Als nun Joab um die Stadt lag , stellte er Uria an den Ort , wo er wußte , daß streitbare Männer waren.

17Und da die Männer der Stadt herausfielen und stritten wider Joab , fielen etliche des Volks von den Knechten Davids , und Uria , der Hethiter , starb auch .

18Da sandte Joab hin und ließ David ansagen allen Handel des Streits

19und gebot dem Boten und sprach : Wenn du allen Handel des Streits hast ausgeredet mit dem König

20und siehst , daß der König sich erzürnt und zu dir spricht : Warum habt ihr euch so nahe zur Stadt gemacht mit dem Streit ? Wißt ihr nicht , wie man pflegt von der Mauer zu schießen ?

21Wer schlug Abimelech , den Sohn Jerubbeseths ? Warf nicht ein Weib einen Mühlstein auf ihn von der Mauer , daß er starb zu Thebez ? Warum habt ihr euch so nahe zur Mauer gemacht ? so sollst du sagen : Dein Knecht Uria , der Hethiter , ist auch tot .

22Der Bote ging hin und kam und sagte an David alles , darum ihn Joab gesandt hatte .

23Und der Bote sprach zu David : Die Männer nahmen überhand wider uns und fielen zu uns heraus aufs Feld ; wir aber waren an ihnen bis vor die Tür des Tors ;

24und die Schützen schossen von der Mauer auf deine Knechte und töteten etliche von des Königs Knechten ; dazu ist Uria , der Hethiter , auch tot .

25David sprach zum Boten : So sollst du zu Joab sagen : Laß dir das nicht übel gefallen ; denn das Schwert frißt jetzt diesen , jetzt jenen . Fahre fort mit dem Streit wider die Stadt , daß du sie zerbrechest , und seid getrost .

26Und da Urias Weib hörte , daß ihr Mann , Uria , tot war , trug sie Leid um ihren Eheherrn .

27Da sie aber ausgetrauert hatte , sandte David hin und ließ sie in sein Haus holen, und sie ward sein Weib und gebar ihm einen Sohn . Aber die Tat gefiel dem HERRN übel , die David tat .

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