Lutherbibel 1912
Apostelgeschichte 17
1Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist waren , kamen sie gen Thessalonich ; da war eine Judenschule .
2Wie nun Paulus gewohnt war , ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten aus der Schrift ,
3tat sie ihnen auf und legte es ihnen vor , daß Christus mußte leiden und auferstehen von den Toten und daß dieser Jesus , den ich (sprach er) euch verkündige , ist der Christus .
4Und etliche unter ihnen fielen ihm zu und gesellten sich zu Paulus und Silas , auch der gottesfürchtigen Griechen eine große Menge , dazu der vornehmsten Weiber nicht wenige .
5Aber die halsstarrigen Juden neideten und nahmen zu sich etliche boshafte Männer Pöbelvolks , machten eine Rotte und richteten einen Aufruhr in der Stadt an und traten vor das Haus Jasons und suchten sie zu führen vor das Volk .
6Da sie aber sie nicht fanden , schleiften sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen : Diese , die den ganzen Weltkreis erregen , sind auch hergekommen ;
7die herbergt Jason . Und diese alle handeln gegen des Kaisers Gebote , sagen , ein anderer sei der König , nämlich Jesus .
8Sie bewegten aber das Volk und die Obersten der Stadt , die solches hörten .
9Und da ihnen Genüge von Jason und andern geleistet war , ließen sie sie los .
10Die Brüder aber fertigten alsobald ab bei der Nacht Paulus und Silas gen Beröa . Da sie dahin kamen , gingen sie in die Judenschule .
11Diese aber waren edler denn die zu Thessalonich ; die nahmen das Wort auf ganz willig und forschten täglich in der Schrift , ob sich' s also verhielte .
12So glaubten nun viele aus ihnen , auch der griechischen ehrbaren Weiber und Männer nicht wenige .
13Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren , daß auch zu Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt würde , kamen sie und bewegten auch allda das Volk .
14Aber da fertigten die Brüder Paulus alsobald ab , daß er ginge bis an das Meer ; Silas aber und Timotheus blieben da .
15Die aber Paulus geleiteten , führten ihn bis gen Athen . Und nachdem sie Befehl empfangen an den Silas und Timotheus , daß sie aufs schnellste zu ihm kämen , zogen sie hin .
16Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete , ergrimmte sein Geist in ihm , da er sah die Stadt so gar abgöttisch .
17Und er redete zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule , auch auf dem Markte alle Tage zu denen, die sich herzufanden .
18Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen stritten mit ihm . Und etliche sprachen : Was will dieser Lotterbube sagen ? Etliche aber : Es sieht , als wolle er neue Götter verkündigen . (Das machte , er hatte das Evangelium von Jesu und von der Auferstehung ihnen verkündigt .)
19Sie nahmen ihn aber und führten ihn auf den Gerichtsplatz und sprachen : Können wir auch erfahren , was das für eine neue Lehre sei, die du lehrst ?
20Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren ; so wollten wir gern wissen , was das sei .
21(Die Athener aber alle , auch die Ausländer und Gäste , waren gerichtet auf nichts anderes , denn etwas Neues zu sagen oder zu hören .)
22Paulus aber stand mitten auf dem Gerichtsplatz und sprach : Ihr Männer von Athen , ich sehe , daß ihr in allen Stücken gar sehr die Götter fürchtet .
23Ich bin herdurchgegangen und habe gesehen eure Gottesdienste und fand einen Altar , darauf war geschrieben : Dem unbekannten Gott . Nun verkündige ich euch denselben , dem ihr unwissend Gottesdienst tut .
24Gott , der die Welt gemacht hat und alles , was darinnen ist, er , der ein HERR ist Himmels und der Erde , wohnt nicht in Tempeln mit Händen gemacht ;
25sein wird auch nicht von Menschenhänden gepflegt , als der jemandes bedürfe , so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt .
26Und er hat gemacht , daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen , und hat Ziel gesetzt und vorgesehen , wie lange und wie weit sie wohnen sollen ;
27daß sie den HERRN suchen sollten , ob sie doch ihn fühlen und finden möchten ; und fürwahr , er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns .
28Denn in ihm leben , weben und sind wir ; wie auch etliche Poeten bei euch gesagt haben : “Wir sind seines Geschlechts .”
29So wir denn göttlichen Geschlechts sind , sollen wir nicht meinen , die Gottheit sei gleich den goldenen , silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht .
30Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen ; nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden , Buße zu tun ,
31darum daß er einen Tag gesetzt hat , an welchem er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann , in welchem er's beschlossen hat und jedermann vorhält den Glauben , nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt .
32Da sie hörten die Auferstehung der Toten , da hatten' s etliche ihren Spott ; etliche aber sprachen : Wir wollen dich davon weiter hören .
33Also ging Paulus von ihnen .
34Etliche Männer aber hingen ihm an und wurden gläubig , unter welchen war Dionysius , einer aus dem Rat , und ein Weib mit Namen Damaris und andere mit ihnen .