Lutherbibel 1912
Prediger 11
1Laß dein Brot über das Wasser fahren , so wirst du es finden nach langer Zeit .
2Teile aus unter sieben und unter acht ; denn du weißt nicht, was für Unglück auf Erden kommen wird.
3Wenn die Wolken voll sind , so geben sie Regen auf die Erde ; und wenn der Baum fällt , er falle gegen Mittag oder Mitternacht , auf welchen Ort er fällt , da wird er liegen .
4Wer auf den Wind achtet , der sät nicht ; und wer auf die Wolken sieht , der erntet nicht .
5Gleichwie du nicht weißt den Weg des Windes und wie die Gebeine in Mutterleibe bereitet werden , also kannst du auch Gottes Werk nicht wissen , das er tut überall .
6Frühe säe deinen Samen und laß deine Hand des Abends nicht ab ; denn du weißt nicht , ob dies oder das geraten wird ; und ob beides geriete , so wäre es desto besser .
7Es ist das Licht süß , und den Augen lieblich , die Sonne zu sehen .
8Wenn ein Mensch viele Jahre lebt , so sei er fröhlich in ihnen allen und gedenke der finstern Tage , daß ihrer viel sein werden ; denn alles, was kommt , ist eitel .
9So freue dich , Jüngling , in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend . Tue , was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt , und wisse , daß dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen .
10Laß die Traurigkeit in deinem Herzen und tue das Übel von deinem Leibe ; denn Kindheit und Jugend ist eitel .