Lutherbibel 1912
Esther 7
1Und da der König mit Haman kam zum Mahl , das die Königin Esther zugerichtet hatte,
2sprach der König zu Esther auch des andern Tages , da er Wein getrunken hatte : Was bittest du , Königin Esther , daß man's dir gebe ? Und was forderst du ? Auch das halbe Königreich , es soll geschehen .
3Esther , die Königin , antwortete und sprach : habe ich Gnade vor dir gefunden , o König , und gefällt es dem König , so gib mir mein Leben um meiner Bitte willen und mein Volk um meines Begehrens willen.
4Denn wir sind verkauft , ich und mein Volk , daß wir vertilgt , erwürgt und umgebracht werden. Und wären wir doch nur zu Knechten und Mägden verkauft , so wollte ich schweigen ; so würde der Feind doch dem König nicht schaden .
5Der König Ahasveros redete und sprach zu der Königin Esther : Wer ist der , oder wo ist der , der solches in seinen Sinn nehmen dürfe , also zu tun ?
6Esther sprach : Der Feind und Widersacher ist dieser böse Haman . Haman entsetzte sich vor dem König und der Königin .
7Und der König stand auf vom Mahl und vom Wein in seinem Grimm und ging in den Garten am Hause . Und Haman stand auf und bat die Königin Esther um sein Leben ; denn er sah , daß ihm ein Unglück vom König schon bereitet war .
8Und da der König wieder aus dem Garten am Hause in den Saal , da man gegessen hatte , kam, lag Haman an der Bank , darauf Esther saß. Da sprach der König : Will er auch der Königin Gewalt tun bei mir im Hause ? Da das Wort aus des Königs Munde ging , verhüllten sie Haman das Antlitz .
9Und Harbona , der Kämmerer einer vor dem König , sprach : Siehe , es steht ein Baum im Hause Haman , fünfzig Ellen hoch , den er Mardochai gemacht hatte , der Gutes für den König geredet hat . Der König sprach : Laßt ihn daran hängen !
10Also hängte man Haman an den Baum , den er Mardochai gemacht hatte . Da legte sich des Königs Zorn .