Lutherbibel 1912
2. Mose 10
1Und der HERR sprach zu Mose : Gehe hinein zu Pharao ; denn ich habe sein und seiner Knechte Herz verhärtet , auf daß ich diese meine Zeichen unter ihnen tue ,
2und daß du verkündigest vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder , was ich in Ägypten ausgerichtet habe und wie ich meine Zeichen unter ihnen getan habe , daß ihr wisset : Ich bin der HERR .
3Also gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und sprachen zu ihm: So spricht der HERR , der Hebräer Gott : Wie lange weigerst du dich , dich vor mir zu demütigen , daß du mein Volk lassest , mir zu dienen ?
4Weigerst du dich , mein Volk zu lassen , siehe, so will ich morgen Heuschrecken kommen lassen an allen Orten ,
5daß sie das Land bedecken , also daß man das Land nicht sehen könne ; und sie sollen fressen , was euch übrig und errettet ist vor dem Hagel , und sollen alle grünenden Bäume fressen auf dem Felde
6und sollen erfüllen dein Haus , aller deiner Knechte Häuser und aller Ägypter Häuser , desgleichen nicht gesehen haben deine Väter und deiner Väter Väter , seitdem sie auf Erden gewesen bis auf diesen Tag . Und er wandte sich und ging von Pharao hinaus .
7Da sprachen die Knechte Pharaos zu ihm: Wie lange sollen wir mit diesem Manne geplagt sein ? Laß die Leute ziehen , daß sie dem HERRN , ihrem Gott , dienen . Willst du zuvor erfahren daß Ägypten untergegangen sei ?
8Mose und Aaron wurden wieder zu Pharao gebracht ; der sprach zu ihnen: Gehet hin und dienet dem HERRN , eurem Gott . Welche sind es aber, die hinziehen sollen ?
9Mose sprach : Wir wollen hinziehen mit jung und alt , mit Söhnen und Töchtern , mit Schafen und Rindern ; denn wir haben ein Fest des HERRN .
10Er sprach zu ihnen: O ja, der HERR sei mit euch! Sollte ich euch und eure Kinder dazu ziehen lassen ? Sehet da, ob ihr nicht Böses vorhabt !
11Nicht also, sondern ihr Männer ziehet hin und dienet dem HERRN ; denn das habt ihr auch gesucht . Und man stieß sie heraus von Pharao .
12Da sprach der HERR zu Mose : Recke deine Hand über Ägyptenland , daß Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und fressen alles Kraut im Lande auf samt allem dem, was der Hagel übriggelassen hat .
13Mose reckte seinen Stab über Ägyptenland ; und der HERR trieb einen Ostwind ins Land den ganzen Tag und die ganze Nacht ; und des Morgens führte der Ostwind die Heuschrecken her .
14Und sie kamen über das ganze Ägyptenland und ließen sich nieder an allen Orten in Ägypten , so sehr viel , daß zuvor desgleichen nie gewesen ist noch hinfort sein wird.
15Denn sie bedeckten das Land und verfinsterten es . Und sie fraßen alles Kraut im Lande auf und alle Früchte auf den Bäumen , die der Hagel übriggelassen hatte , und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen und am Kraut auf dem Felde in ganz Ägyptenland .
16Da forderte Pharao eilend Mose und Aaron und sprach : Ich habe mich versündigt an dem HERRN , eurem Gott , und an euch;
17vergebt mir meine Sünde nur noch diesmal und bittet den HERRN , euren Gott , daß er doch nur diesen Tod von mir wegnehme .
18Und er ging aus von Pharao und bat den HERRN .
19Da wendete der HERR den Wind , also daß er sehr stark aus Westen ging und hob die Heuschrecken auf und warf sie ins Schilfmeer , daß nicht eine übrigblieb an allen Orten Ägyptens .
20Aber der HERR verstockte Pharaos Herz , daß er die Kinder Israel nicht ließ .
21Der HERR sprach zu Mose : Recke deine Hand gen Himmel , daß es so finster werde in Ägyptenland , daß man' s greifen mag .
22Und Mose reckte seine Hand gen Himmel ; da ward eine dicke Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage ,
23daß niemand den andern sah noch aufstand von dem Ort, da er war, in drei Tagen . Aber bei allen Kindern Israel war es licht in ihren Wohnungen .
24Da forderte Pharao Mose und sprach : Ziehet hin und dienet dem Herrn ; allein eure Schafe und Rinder laßt hier ; laßt auch eure Kindlein mit euch ziehen .
25Mose sprach : Du mußt uns auch Opfer und Brandopfer geben , die wir unserm Gott , dem HERRN , tun mögen .
26Unser Vieh soll mit uns gehen und nicht eine Klaue dahintenbleiben ; denn wir wissen nicht, womit wir dem HERRN dienen sollen , bis wir dahin kommen .
27Aber der HERR verstockte das Herz Pharao daß er sie nicht lassen wollte .
28Und Pharao sprach zu ihm: Gehe von mir und hüte dich , daß du nicht mehr vor meine Augen kommst ; denn welches Tages du vor meine Augen kommst , sollst du sterben .
29Mose antwortete : Wie du gesagt hast ; ich will nicht mehr vor deine Augen kommen .