Lutherbibel 1912
1. Mose 38
1Es begab sich um dieselbe Zeit , daß Juda hinabzog von seinen Brüdern und tat sich zu einem Mann von Adullam , der hieß Hira .
2Und Juda sah daselbst eines Kanaaniter- Mannes Tochter , der hieß Sua , und nahm sie. Und da er zu ihr einging ,
3ward sie schwanger und gebar einen Sohn , den hieß er Ger .
4Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn , den hieß sie Onan .
5Sie gebar abermals einen Sohn , den hieß sie Sela ; und er war zu Chesib , da sie ihn gebar .
6Und Juda gab seinem ersten Sohn , Ger , ein Weib , die hieß Thamar .
7Aber Ger war böse vor dem HERRN ; darum tötete ihn der HERR .
8Da sprach Juda zu Onan : Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe , daß du deinem Bruder Samen erweckest .
9Aber da Onan wußte , daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib , ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe .
10Da gefiel dem HERRN übel , was er tat , und er tötete ihn auch.
11Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar : Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause , bis mein Sohn Sela groß wird . Denn er gedachte , vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder . Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause .
12Da nun viele Tage verlaufen waren , starb des Sua Tochter , Juda' s Weib . Und nachdem Juda ausgetrauert hatte , ging er hinauf seine Schafe zu scheren , gen Thimnath mit seinem Freunde Hira von Adullam .
13Da ward der Thamar angesagt : Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf gen Thimnath , seine Schafe zu scheren .
14Da legte sie die Witwenkleider von sich , die sie trug, deckte sich mit einem Mantel und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enaim an dem Wege gen Thimnath ; denn sie sah , daß Sela war groß geworden , und sie ward ihm nicht zum Weibe gegeben .
15Da sie nun Juda sah , meinte er , sie wäre eine Hure ; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt .
16Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach : Laß mich doch zu dir kommen ; denn er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter wäre. Sie antwortete : Was willst du mir geben , daß du zu mir kommst ?
17Er sprach : Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden . Sie antwortete : So gib mir ein Pfand , bis daß du mir's sendest .
18Er sprach : Was willst du für ein Pfand , das ich dir gebe ? Sie antwortete : Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab , den du in den Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger .
19Und sie machte sich auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider wieder an.
20Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund Adullam , daß er das Pfand wieder holte von dem Weibe ; und er fand sie nicht.
21Da fragte er die Leute : Wo ist die Hure , die zu Enaim am Wege saß? Sie antworteten : Es ist keine Hure da gewesen.
22Und er kam wieder zu Juda und sprach : Ich habe sie nicht gefunden ; dazu sagen die Leute des Orts , es sei keine Hure da gewesen.
23Juda sprach : Sie mag's behalten ; sie kann uns doch nicht Schande nachsagen , denn ich habe den Bock gesandt , so hast du sie nicht gefunden .
24Über drei Monate ward Juda angesagt : Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt ; dazu siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden. Juda spricht : Bringt sie hervor , daß sie verbrannt werde .
25Und da man sie hervorbrachte , schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach : Von dem Mann bin ich schwanger , des dies ist. Und sprach : Kennst du auch, wes dieser Ring und diese Schnur und dieser Stab ist?
26Juda erkannte es und sprach : Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinen Sohn Sela . Doch erkannte er sie fürder nicht mehr .
27Und da sie gebären sollte , wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden.
28Und als sie jetzt gebar , tat sich eine Hand heraus . Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach : Der wird zuerst herauskommen .
29Da aber der seine Hand wieder hineinzog , kam sein Bruder heraus ; und sie sprach : Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen ? Und man hieß ihn Perez .
30Darnach kam sein Bruder heraus , der den roten Faden um seine Hand hatte. Und man hieß ihn Serah .