Lutherbibel 1912
Haggai 2
1Am einundzwanzigsten Tage des siebenten Monats geschah des HERRN Wort durch den Propheten Haggai und sprach :
2Sage zu Serubabel , dem Sohn Sealthiels , dem Fürsten Juda' s , und zu Josua , dem Sohn Jozadaks , dem Hohenpriester , und zum übrigen Volk und sprich :
3Wer ist unter euch übriggeblieben , der dies Haus in seiner vorigen Herrlichkeit gesehen hat ? und wie seht ihr' s nun an? Ist's nicht also , es dünkt euch nichts zu sein ?
4Und nun Serubabel , sei getrost ! spricht der HERR ; sei getrost , Josua , du Sohn Jozadaks , du Hoherpriester ! sei getrost alles Volk im Lande ! spricht der HERR , und arbeitet ! denn ich bin mit euch, spricht der HERR Zebaoth .
5Nach dem Wort , da ich mit euch einen Bund machte , da ihr aus Ägypten zogt , soll mein Geist unter euch bleiben . Fürchtet euch nicht !
6Denn so spricht der HERR Zebaoth : Es ist noch ein kleines dahin , daß ich Himmel und Erde , das Meer und das Trockene bewegen werde .
7Ja, alle Heiden will ich bewegen . Da soll dann kommen aller Heiden Bestes ; und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen , spricht der HERR Zebaoth .
8Denn mein ist Silber und Gold , spricht der HERR Zebaoth .
9Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden , denn des ersten gewesen ist, spricht der HERR Zebaoth ; und ich will Frieden geben an diesem Ort , spricht der HERR Zebaoth .
10Am vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats, im zweiten Jahr des Darius , geschah des HERRN Wort zu dem Propheten Haggai und sprach :
11So spricht der HERR Zebaoth : Frage die Priester um das Gesetz und sprich :
12Wenn jemand heiliges Fleisch trüge in seines Kleides Zipfel und rührte darnach an mit seinem Zipfel Brot , Gemüse , Wein , Öl oder was es für Speise wäre: würde es auch heilig ? und die Priester antworteten und sprachen : Nein .
13Haggai sprach : Wo aber jemand von einem Toten unrein wäre und deren eines anrührte , würde es auch unrein ? Die Priester antworteten und sprachen : Es würde unrein .
14Da antwortete Haggai und sprach : Ebenalso sind dies Volk und diese Leute vor mir auch, spricht der HERR ; und all ihrer Hände Werk und was sie opfern ist unrein .
15Und nun schauet , wie es euch gegangen ist von diesem Tage an und zuvor , ehe denn ein Stein auf den andern gelegt ward am Tempel des HERRN :
16daß , wenn einer zum Kornhaufen kam , der zwanzig Maß haben sollte, so waren kaum zehn da; kam er zur Kelter und meinte fünfzig Eimer zu schöpfen , so waren kaum zwanzig da.
17Denn ich plagte euch mit Dürre , Brandkorn und Hagel in all eurer Arbeit ; dennoch kehrtet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR .
18So schauet nun darauf von diesem Tage an und zuvor , nämlich von dem vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats bis an den Tag , da der Tempel gegründet ist ; schauet darauf !
19Denn kein Same liegt mehr in der Scheuer , so hat auch weder Weinstock , Feigenbaum , Granatbaum noch Ölbaum getragen ; aber von diesem Tage an will ich Segen geben .
20Und des HERRN Wort geschah zum andernmal zu Haggai am vierundzwanzigsten Tage des Monats und sprach :
21Sage Serubabel , dem Fürsten Juda' s , und sprich : Ich will Himmel und Erde bewegen
22und will die Stühle der Königreiche umkehren und die mächtigen Königreiche der Heiden vertilgen und will die Wagen mit ihren Reitern umkehren , daß Roß und Mann fallen sollen , ein jeglicher durch des andern Schwert .
23Zur selben Zeit , spricht der HERR Zebaoth , will ich dich, Serubabel , du Sohn Sealthiels , meinen Knecht , nehmen , spricht der HERR , und will dich wie einen Siegelring halten ; denn ich habe dich erwählt , spricht der HERR Zebaoth .