Lutherbibel 1912
Hosea 4
1Höret , ihr Kinder Israel , des HERRN Wort ! denn der HERR hat Ursache, zu schelten , die im Lande wohnen ; denn es ist keine Treue , keine Liebe , keine Erkenntnis Gottes im Lande ;
2sondern Gotteslästern , Lügen , Morden , Stehlen und Ehebrechen hat überhandgenommen und eine Blutschuld kommt nach der andern .
3Darum wird das Land jämmerlich stehen , und allen Einwohnern wird's übel gehen ; denn es werden auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer weggerafft werden .
4Doch man darf nicht schelten noch jemand strafen ; denn dein Volk ist wie die, so den Priester schelten .
5Darum sollst du bei Tage fallen und der Prophet des Nachts neben dir fallen ; also will ich deine Mutter zu Grunde richten .
6Mein Volk ist dahin , darum daß es nicht lernen will . Denn du verwirfst Gottes Wort ; darum will ich dich auch verwerfen , daß du nicht mein Priester sein sollst . Du vergißt das Gesetz deines Gottes ; darum will ich auch deine Kinder vergessen .
7Je mehr ihrer wird , je mehr sie wider mich sündigen ; darum will ich ihre Ehre zu Schanden machen .
8Sie fressen die Sündopfer meines Volks und sind begierig nach ihren Sünden .
9Darum soll es dem Volk gleich wie dem Priester gehen ; denn ich will ihr Tun heimsuchen und ihnen vergelten , wie sie verdienen ,
10daß sie werden essen , und nicht satt werden , Hurerei treiben und sich nicht ausbreiten , darum daß sie den HERRN verlassen haben und ihn nicht achten .
11Hurerei , Wein und Most machen toll .
12Mein Volk fragt sein Holz , und sein Stab soll ihm predigen ; denn der Hurerei- Geist verführt sie, daß sie wider ihren Gott Hurerei treiben .
13Oben auf den Bergen opfern sie , und auf den Hügeln räuchern sie , unter den Eichen , Linden und Buchen ; denn die haben feinen Schatten . Darum werden eure Töchter auch zu Huren und eure Bräute zu Ehebrechrinnen werden .
14Und ich will's auch nicht wehren , wenn eure Töchter und Bräute geschändet werden , weil ihr einen andern Gottesdienst anrichtet mit den Huren und opfert mit den Bübinnen . Denn das törichte Volk will geschlagen sein .
15Willst du , Israel , ja huren , daß sich doch nur Juda nicht auch verschulde . Geht nicht hin gen Gilgal und kommt nicht hinauf gen Beth- Aven und schwört nicht : So wahr der HERR lebt !
16Denn Israel läuft wie eine tolle Kuh ; so wird sie auch der HERR weiden lassen wie ein Lamm in der Irre .
17Denn Ephraim hat sich zu den Götzen gesellt ; so laß ihn hinfahren .
18Sie haben sich in die Schwelgerei und Hurerei gegeben ; ihre Herren haben Lust dazu , daß sie Schande anrichten .
19Der Wind mit seinen Flügeln wird sie zusammen wegtreiben ; sie müssen über ihrem Opfer zu Schanden werden .