Lutherbibel 1912
Jesaja 32
1Siehe, es wird ein König regieren , Gerechtigkeit anzurichten, und Fürsten werden herrschen , das Recht zu handhaben ,
2daß ein jeglicher unter ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und wie ein Schirm vor dem Platzregen , wie die Wasserbäche am dürren Ort , wie der Schatten eines großen Felsen im trockenen Lande .
3Und der Sehenden Augen werden sich nicht blenden lassen , und die Ohren der Zuhörer werden aufmerken ,
4und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen , und der Stammelnden Zunge wird fertig und reinlich reden .
5Es wird nicht mehr ein Narr Fürst heißen noch ein Geiziger Herr genannt werden .
6Denn ein Narr redet von Narrheit , und sein Herz geht mit Unglück um, daß er Heuchelei anrichte und predige vom HERRN Irrsal , damit er die hungrigen Seelen aushungere und den Durstigen das Trinken wehre .
7Und des Geizigen Regieren ist eitel Schaden ; denn er erfindet Tücke , zu verderben die Elenden mit falschen Worten , wenn er des Armen Recht reden soll .
8Aber die Fürsten werden fürstliche Gedanken haben und darüber halten .
9Stehet auf , ihr stolzen Frauen , höret meine Stimme ! ihr Töchter , die ihr so sicher seid , nehmt zu Ohren meine Rede !
10Es ist um Jahr und Tag zu tun , so werdet ihr Sicheren zittern ; denn es wird keine Weinernte , so wird auch kein Lesen werden .
11Erschreckt , ihr stolzen Frauen , zittert , ihr Sicheren ! es ist vorhanden Ausziehen , Blößen und Gürten um die Lenden .
12Man wird klagen um die Äcker , ja um die lieblichen Äcker , um die fruchtbaren Weinstöcke .
13Denn es werden auf dem Acker meines Volkes Dornen und Hecken wachsen , dazu über allen Häusern der Freude in der fröhlichen Stadt .
14Denn die Paläste werden verlassen sein und die Stadt , die voll Getümmel war, einsam sein , daß die Türme und Festen ewige Höhlen werden und dem Wild zur Freude , den Herden zur Weide ,
15bis so lange, daß über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe . So wird dann die Wüste zum Acker werden und der Acker wie ein Wald geachtet werden .
16Und das Recht wird in der Wüste wohnen und Gerechtigkeit auf dem Acker hausen ,
17und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein , und der Gerechtigkeit Nutzen wird ewige Stille und Sicherheit sein ,
18daß mein Volk in Häusern des Friedens wohnen wird, in sicheren Wohnungen und in stolzer Ruhe .
19Aber Hagel wird sein den Wald hinab , und die Stadt danieden wird niedrig sein .
20Wohl euch , die ihr säet allenthalben an den Wassern und die Füße der Ochsen und Esel frei gehen lasset !