Lutherbibel 1912
Jesaja 6
1Des Jahres , da der König Usia starb , sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Stuhl , und sein Saum füllte den Tempel .
2Seraphim standen über ihm ; ein jeglicher hatte sechs Flügel : mit zweien deckten sie ihr Antlitz , mit zweien deckten sie ihre Füße , und mit zweien flogen sie .
3Und einer rief zum andern und sprach : Heilig , heilig , heilig ist der HERR Zebaoth ; alle Lande sind seiner Ehre voll !
4daß die Überschwellen bebten von der Stimme ihres Rufens , und das Haus ward voll Rauch .
5Da sprach ich : Weh mir , ich vergehe ! denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen ; denn ich habe den König , den HERRN Zebaoth , gesehen mit meinen Augen .
6Da flog der Seraphim einer zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand , die er mit der Zange vom Altar nahm ,
7und rührte meinen Mund an und sprach : Siehe, hiermit sind deine Lippen gerührt , daß deine Missetat von dir genommen werde und deine Sünde versöhnt sei .
8Und ich hörte die Stimme des Herrn , daß er sprach : Wen soll ich senden ? Wer will unser Bote sein ? Ich aber sprach : Hier bin ich ; sende mich!
9Und er sprach : Gehe hin und sprich zu diesem Volk : Höret , und verstehet' s nicht ; sehet , und merket' s nicht!
10Verstocke das Herz dieses Volkes und laß ihre Ohren hart sein und blende ihre Augen , daß sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich bekehren und genesen .
11Ich aber sprach : HERR, wie lange ? Er sprach : Bis daß die Städte wüst werden ohne Einwohner und die Häuser ohne Leute und das Feld ganz wüst liege .
12Denn der HERR wird die Leute fern wegtun , daß das Land sehr verlassen wird .
13Und ob der zehnte Teil darin bleibt , so wird es abermals verheert werden , doch wie eine Eiche und Linde , von welchen beim Fällen noch ein Stamm bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stamm sein.