Lutherbibel 1912
Jeremia 20
1Da aber Pashur , ein Sohn Immers , der Priester , der zum Obersten im Hause des HERRN gesetzt war , Jeremia hörte solche Worte weissagen ,
2schlug er den Propheten Jeremia und legte ihn in den Stock unter dem Obertor Benjamin , welches am Hause des HERRN ist.
3Und da es Morgen ward , zog Pashur Jeremia aus dem Stock . Da sprach Jeremia zu ihm : Der HERR heißt dich nicht Pashur , sondern Schrecken um und um .
4Denn so spricht der HERR : Siehe, ich will dich zum Schrecken machen dir selbst und allen deinen Freunden , und sie sollen fallen durchs Schwert ihrer Feinde ; das sollst du mit deinen Augen sehen . Und will das ganze Juda in die Hand des Königs zu Babel übergeben ; der soll euch wegführen gen Babel und mit dem Schwert töten .
5Auch will ich alle Güter dieser Stadt samt allem, was sie gearbeitet und alle Kleinode und alle Schätze der Könige Juda' s in ihrer Feinde Hand geben , daß sie dieselben rauben , nehmen und gen Babel bringen .
6Und du, Pashur , sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen gehen und gen Babel kommen ; daselbst sollst du sterben und begraben werden samt allen deinen Freunden , welchen du Lügen predigst .
7HERR , du hast mich überredet , und ich habe mich überreden lassen ; du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen ; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich , und jedermann verlacht mich .
8Denn seit ich geredet , gerufen und gepredigt habe von der Plage und Verstörung , ist mir des HERRN Wort zum Hohn und Spott geworden täglich .
9Da dachte ich : Wohlan, ich will sein nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen . Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer , in meinen Gebeinen verschlossen , daß ich's nicht leiden konnte und wäre fast vergangen .
10Denn ich höre , wie mich viele schelten und schrecken um und um . “Hui, verklagt ihn ! Wir wollen ihn verklagen !” sprechen alle meine Freunde und Gesellen , “ob wir ihn übervorteilen und ihm beikommen mögen und uns an ihm rächen .”
11Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held ; darum werden meine Verfolger fallen und nicht obliegen , sondern sollen zu Schanden werden , darum daß sie so töricht handeln ; ewig wird die Schande sein, deren man nicht vergessen wird .
12Und nun, HERR Zebaoth , der du die Gerechten prüfst , Nieren und Herz siehst , laß mich deine Rache an ihnen sehen ; denn ich habe dir meine Sache befohlen .
13Singet dem HERRN , rühmt den HERRN , der des Armen Leben aus der Boshaften Händen errettet !
14Verflucht sei der Tag , darin ich geboren bin ; der Tag müsse ungesegnet sein , darin mich meine Mutter geboren hat !
15Verflucht sei der , so meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach : “Du hast einen jungen Sohn ”, daß er ihn fröhlich machen wollte !
16Der Mann müsse sein wie die Städte , so der HERR hat umgekehrt , und ihn nicht gereut hat ; und müsse des Morgens hören ein Geschrei und des Mittags ein Heulen !
17Daß du mich doch nicht getötet hast im Mutterleibe , daß meine Mutter mein Grab gewesen und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre!
18Warum bin ich doch aus Mutterleibe hervorgekommen , daß ich solchen Jammer und Herzeleid sehen muß und meine Tage mit Schanden zubringen !