Lutherbibel 1912
Hiob 35
1Und es hob an Elihu und sprach :
2Achtest du das für Recht , daß du sprichst : “Ich bin gerechter denn Gott ”?
3Denn du sprichst : “ Wer gilt bei dir etwas ? Was hilft es , ob ich nicht sündige ?”
4Ich will dir antworten ein Wort und deinen Freunden mit dir.
5Schaue gen Himmel und siehe ; und schau an die Wolken , daß sie dir zu hoch sind .
6Sündigst du , was kannst du ihm Schaden ? Und ob deiner Missetaten viel ist , was kannst du ihm tun ?
7Und ob du gerecht seist , was kannst du ihm geben , oder was wird er von deinen Händen nehmen ?
8Einem Menschen , wie du bist, mag wohl etwas tun deine Bosheit , und einem Menschenkind deine Gerechtigkeit .
9Man schreit , daß viel Gewalt geschieht , und ruft über den Arm der Großen ;
10aber man fragt nicht : “ Wo ist Gott , mein Schöpfer , der Lobgesänge gibt in der Nacht ,
11der uns klüger macht denn das Vieh auf Erden und weiser denn die Vögel unter dem Himmel ?”
12Da schreien sie über den Hochmut der Bösen , und er wird sie nicht erhören .
13Denn Gott wird das Eitle nicht erhören , und der Allmächtige wird es nicht ansehen .
14Nun sprichst du gar, du wirst ihn nicht sehen . Aber es ist ein Gericht vor ihm , harre sein nur!
15ob auch sein Zorn so bald nicht heimsucht und er sich's nicht annimmt , daß so viel Laster da sind.
16Darum hat Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und gibt stolzes Gerede vor mit Unverstand .