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Lutherbibel 1912

Johannes 20

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1Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh , da es noch finster war , zum Grabe und sieht , daß der Stein vom Grabe hinweg war .

2Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger , welchen Jesus liebhatte , und spricht zu ihnen : Sie haben den HERRN weggenommen aus dem Grabe , und wir wissen nicht , wo sie ihn hin gelegt haben .

3Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus zum Grabe .

4Es liefen aber die zwei miteinander , und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus , und kam am ersten zum Grabe ,

5guckt hinein und sieht die Leinen gelegt ; er ging aber nicht hinein .

6Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinen gelegt ,

7und das Schweißtuch , das Jesus um das Haupt gebunden war , nicht zu den Leinen gelegt , sondern beiseits, zusammengewickelt , an einen besonderen Ort .

8Da ging auch der andere Jünger hinein , der am ersten zum Grabe kam , und er sah und glaubte es.

9Denn sie wußten die Schrift noch nicht , daß er von den Toten auferstehen müßte .

10Da gingen die Jünger wieder heim .

11Maria aber stand vor dem Grabe und weinte draußen . Als sie nun weinte , guckte sie ins Grab

12und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen , einen zu den Häupten und eine zu den Füßen , da sie den Leichnam hin gelegt hatten .

13Und diese sprachen zu ihr : Weib , was weinest du ? Sie spricht zu ihnen : Sie haben meinen HERRN weggenommen , und ich weiß nicht , wo sie ihn hin gelegt haben .

14Und als sie das sagte , wandte sie sich zurück und sieht Jesus stehen und weiß nicht , daß es Jesus ist .

15Spricht er zu ihr : Weib , was weinest du? Wen suchest du? Sie meint es sei der Gärtner , und spricht zu ihm : Herr , hast du ihn weggetragen , so sage mir , wo hast du ihn hin gelegt , so will ich ihn holen .

16Spricht Jesus zu ihr : Maria ! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm : Rabbuni ( das heißt : Meister )!

17Spricht Jesus zu ihr : Rühre mich nicht an ! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater . Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen : Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater , zu meinem Gott und zu eurem Gott .

18Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern : Ich habe den HERRN gesehen , und solches hat er zu mir gesagt .

19Am Abend aber desselben ersten Tages der Woche , da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden , kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen : Friede sei mit euch !

20Und als er das gesagt hatte , zeigte er ihnen die Hände und seine Seite . Da wurden die Jünger froh , daß sie den HERRN sahen .

21Da sprach Jesus abermals zu ihnen : Friede sei mit euch ! Gleichwie mich der Vater gesandt hat , so sende ich euch .

22Und da er das gesagt hatte , blies er sie an und spricht zu ihnen : Nehmet hin den Heiligen Geist !

23Welchen ihr die Sünden erlasset , denen sind sie erlassen ; und welchen ihr sie behaltet , denen sind sie behalten .

24Thomas aber , der Zwölf einer , der da heißt Zwilling , war nicht bei ihnen , da Jesus kam .

25Da sagten die andern Jünger zu ihm : Wir haben den HERRN gesehen . Er aber sprach zu ihnen : Es sei denn , daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite , will ich's nicht glauben .

26Und über acht Tage waren abermals seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen . Kommt Jesus , da die Türen verschlossen waren , und tritt mitten ein und spricht : Friede sei mit euch !

27Darnach spricht er zu Thomas : Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände , und reiche dein Hand her und lege sie in meine Seite , und sei nicht ungläubig , sondern gläubig !

28Thomas antwortete und sprach zu ihm : Mein HERR und mein Gott !

29Spricht Jesus zu ihm : Dieweil du mich gesehen hast , Thomas , glaubest du . Selig sind, die nicht sehen und doch glauben !

30Auch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern , die nicht geschrieben sind in diesem Buch .

31Diese aber sind geschrieben , daß ihr glaubet , Jesus sei Christus , der Sohn Gottes , und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen .

Sources and attribution