Lutherbibel 1912
Jona 1
1Es geschah das Wort des HERRN zu Jona , dem Sohn Amitthais , und sprach :
2Mache dich auf und gehe in die große Stadt Ninive und predige wider sie! denn ihre Bosheit ist heraufgekommen vor mich .
3Aber Jona machte sich auf und floh vor dem HERRN und wollte gen Tharsis und kam hinab gen Japho . Und da er ein Schiff fand , das gen Tharsis wollte fahren , gab er Fährgeld und trat hinein , daß er mit ihnen gen Tharsis führe vor dem HERRN .
4Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen , und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer , daß man meinte , das Schiff würde zerbrechen .
5Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrieen , ein jeglicher zu seinem Gott , und warfen das Gerät , das im Schiff war, ins Meer , daß es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief .
6Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du ? Stehe auf , rufe deinen Gott an! ob vielleicht Gott an uns gedenken wollte, daß wir nicht verdürben .
7Und einer sprach zum andern : Kommt , wir wollen losen , daß wir erfahren , um welches willen es uns so übel gehe. Und da sie losten traf' s Jona .
8Da sprachen sie zu ihm: Sage uns , warum geht es uns so übel ? was ist dein Gewerbe , und wo kommst du her ? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du ?
9Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN , den Gott des Himmels , welcher gemacht hat das Meer und das Trockene .
10Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Warum hast du denn solches getan ? denn sie wußten , daß er vor dem HERRN floh ; denn er hatte es ihnen gesagt .
11Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun , daß uns das Meer still werde ? Denn das Meer fuhr ungestüm .
12Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer , so wird euch das Meer still werden . Denn ich weiß , daß solch groß Ungewitter über euch kommt um meinetwillen .
13Und die Leute trieben , daß sie wieder zu Lande kämen ; aber sie konnten nicht , denn das Meer fuhr ungestüm wider sie.
14Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen : Ach HERR , laß uns nicht verderben um dieses Mannes Seele willen und rechne uns nicht zu unschuldig Blut ! denn du , HERR , tust , wie dir's gefällt .
15Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer ; das stand das Meer still von seinem Wüten .
16Und die Leute fürchteten den HERR sehr und taten dem HERRN Opfer und Gelübde .
17[2:1] Aber der HERR verschaffte einen großen Fisch , Jona zu verschlingen . Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte .