Lutherbibel 1912
Josua 6
1Jericho aber war verschlossen und verwahrt vor den Kindern Israel , daß niemand aus oder ein kommen konnte ,
2Aber der HERR sprach zu Josua : Siehe da , ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hände gegeben .
3Laß alle Kriegsmänner rings um die Stadt her gehen einmal , und tue sechs Tage also .
4Und laß sieben Priester sieben Posaunen des Halljahrs tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage geht siebenmal um die Stadt , und laß die Priester die Posaunen blasen .
5Und wenn man das Halljahrshorn bläst und es lange tönt, daß ihr die Posaune hört , so soll das ganze Volk ein großes Feldgeschrei machen , so werden der Stadt Mauern umfallen , und das Volk soll hineinsteigen , ein jeglicher stracks vor sich.
6Da rief Josua , der Sohn Nuns , die Priester und sprach zu ihnen: Tragt die Lade des Bundes , und sieben Priester laßt sieben Halljahrsposaunen tragen vor der Lade des HERRN .
7Zieht hin und geht um die Stadt ; wer gerüstet ist , gehe vor der Lade des HERRN her .
8Da Josua solches dem Volk gesagt hatte , trugen die sieben Priester sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HERRN her und gingen und bliesen die Posaunen ; und die Lade des Bundes des HERRN folgt ihnen nach .
9Und wer gerüstet war , ging vor den Priestern her , die die Posaunen bliesen ; und der Haufe folgte der Lade nach , und man blies Posaunen .
10Josua aber gebot dem Volk und sprach : Ihr sollt kein Feldgeschrei machen noch eure Stimme hören lassen , noch soll ein Wort aus eurem Munde gehen bis auf den Tag , da ich zu euch sagen werde : Macht ein Feldgeschrei ! so macht dann ein Feldgeschrei .
11Also ging die Lade des HERRN rings um die Stadt einmal , und sie kamen in das Lager und blieben darin über Nacht .
12Und Josua machte sich des Morgens früh auf , und die Priester trugen die Lade des HERRN .
13So trugen die sieben Priester die sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HERRN her und gingen und bliesen Posaunen ; und wer gerüstet war , ging vor ihnen her , und der Haufe folgte der Lade des HERRN , und man blies Posaunen .
14Des andern Tages gingen sie auch einmal um die Stadt und kamen wieder ins Lager . Also taten sie sechs Tage .
15Am siebenten Tage aber, da die Morgenröte aufging , machten sie sich früh auf und gingen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt , daß sie desselben einen Tages siebenmal um die Stadt kamen .
16Und beim siebentenmal , da die Priester die Posaunen bliesen , sprach Josua zum Volk : Macht ein Feldgeschrei ; denn der HERR hat euch die Stadt gegeben .
17Aber diese Stadt und alles , was darin ist , soll dem HERRN verbannt sein . Allein die Hure Rahab soll leben bleiben und alle , die mit ihr im Hause sind; denn sie hat die Boten verborgen , die wir aussandten .
18Allein hütet euch von dem Verbannten , daß ihr euch nicht verbannt , so ihr des Verbannten etwas nehmt , und macht das Lager Israel verbannt und bringt' s in Unglück .
19Aber alles Silber und Gold samt dem ehernen Geräte soll dem HERRN geheiligt sein, daß es zu des HERRN Schatz komme .
20Da machte das Volk ein Feldgeschrei , und man blies die Posaunen . Denn als das Volk den Hall der Posaunen hörte , machte es ein großes Feldgeschrei . Und die Mauer fielen um , und das Volk erstieg die Stadt , ein jeglicher stracks vor sich. Also gewannen sie die Stadt
21und verbannten alles , was in der Stadt war , mit der Schärfe des Schwerts : Mann und Weib , jung und alt , Ochsen , Schafe und Esel .
22Aber Josua sprach zu den zwei Männern , die das Land ausgekundschaftet hatten : Geht in das Haus der Hure und führt das Weib von dort heraus mit allem , was sie hat, wie ihr versprochen habt .
23Da gingen die Jünglinge , die Kundschafter , hinein und führten Rahab heraus samt Vater und Mutter und Brüdern und alles , was sie hatte, und alle ihre Geschlechter und ließ sie draußen , außerhalb des Lagers Israels .
24Aber die Stadt verbrannten sie mit Feuer und alles , was darin war. Allein das Silber und Gold und eherne und eiserne Geräte taten sie zum Schatz in das Haus des HERRN .
25Rahab aber , die Hure , samt dem Hause ihres Vaters und alles , was sie hatte , ließ Josua leben . Und sie wohnt in Israel bis auf diesen Tag , darum daß sie die Boten verborgen hatte , die Josua auszukundschaften gesandt hatte gen Jericho .
26Zu der Zeit schwur Josua und sprach : Verflucht sei der Mann vor dem HERRN , der sich aufmacht und diese Stadt Jericho wieder baut ! Wenn er einen Grund legt , das koste ihn den ersten Sohn ; wenn er ihre Tore setzt , das koste ihn seinen jüngsten Sohn !
27Also war der HERR mit Josua , daß man von ihm sagte in allen Landen .