Lutherbibel 1912
Richter 13
1Und die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN ; und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre .
2Es war aber ein Mann zu Zora von einem Geschlecht der Daniter , mit Namen Manoah ; und sein Weib war unfruchtbar und gebar nicht .
3Und der Engel des HERRN erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Siehe , du bist unfruchtbar und gebierst nicht ; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären .
4So hüte dich nun , daß du nicht Wein noch starkes Getränk trinkst und nichts Unreines essest ;
5Denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären , dem kein Schermesser soll aufs Haupt kommen . Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen , Israel zu erlösen aus der Philister Hand .
6Da kam das Weib und sagte es ihrem Mann an und sprach : Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie ein Engel Gottes , gar erschrecklich , daß ich ihn nicht fragte , woher oder wohin ; und er sagte mir nicht , wie er hieße .
7Er sprach aber zu mir: Siehe , du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären . So trinke nun keinen Wein noch starkes Getränk und iß nichts Unreines ; denn der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an bis an seinen Tod .
8Da bat Manoah den HERRN und sprach : Ach Herr , laß den Mann Gottes wieder zu uns kommen , den du gesandt hast , daß er uns lehre , was wir mit dem Knaben tun sollen , der geboren soll werden .
9Und Gott erhörte die Stimme Manoahs ; und der Engel Gottes kam wieder zum Weibe . Sie saß aber auf dem Felde , und ihr Mann Manoah war nicht bei ihr.
10Da lief sie eilend und sagte es ihrem Mann an und sprach zu ihm: Siehe , der Mann ist mir erschienen , der jenes Tages zu mir kam .
11Manoah machte sich auf und ging seinem Weibe nach und kam zu dem Mann und sprach zu ihm: Bist du der Mann , der mit dem Weibe geredet hat ? Er sprach : Ja .
12Und Manoah sprach : Wenn nun kommen wird, was du geredet hast , welches soll des Knaben Weise und Werk sein ?
13Der Engel des HERRN sprach zu Manoah : Vor allem , was ich dem Weibe gesagt habe , soll sie sich hüten .
14Sie soll nicht essen was aus dem Weinstock kommt , und soll keinen Wein noch starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen ; alles , was ich ihr geboten habe , soll sie halten .
15Manoah sprach zu dem Engel des HERRN : Laß dich doch halten ; wir wollen dir ein Ziegenböcklein zurichten .
16Aber der Engel des HERRN antwortete Manoah : Wenn du gleich mich hier hältst , so esse ich doch von deiner Speise nicht . Willst du aber dem HERRN ein Brandopfer tun , so magst du es opfern . Denn Manoah wußte nicht , daß es der Engel des HERRN war.
17Und Manoah sprach zum Engel des HERRN : Wie heißest du ? daß wir dich preisen , wenn nun kommt , was du geredet hast .
18Aber der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du nach meinem Namen , der doch wundersam ist?
19Da nahm Manoah ein Ziegenböcklein und Speisopfer und opferte es auf einem Fels dem HERRN . Und Er tat Wunderbares- Manoah aber und sein Weib sahen zu ;
20denn da die Lohe auffuhr vom Altar gen Himmel , fuhr der Engel des HERRN in der Lohe des Altars mit hinauf. Da das Manoah und sein Weib sahen , fielen sie zur Erde auf ihr Angesicht .
21Und der Engel des HERRN erschien nicht mehr Manoah und seinem Weibe . Da erkannte Manoah , daß es der Engel des HERRN war,
22und sprach zu seinem Weibe : Wir müssen des Todes sterben , daß wir Gott gesehen haben .
23Aber sein Weib antwortete ihm: Wenn der HERR Lust hätte , uns zu töten , so hätte er das Brandopfer und Speisopfer nicht genommen von unsern Händen ; er hätte uns auch nicht alles solches erzeigt noch uns solches hören lassen , wie jetzt geschehen ist.
24Und das Weib gebar einen Sohn und hieß ihn Simson . Und der Knabe wuchs , und der HERR segnete ihn.
25Und der Geist des HERRN fing an , ihn zu treiben im Lager Dan zwischen Zora und Esthaol .