Lutherbibel 1912
Lukas 5
1Es begab sich aber , da sich das Volk zu ihm drängte , zu hören das Wort Gottes , daß er stand am See Genezareth
2und sah zwei Schiffe am See stehen , die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze .
3Da trat er in der Schiffe eines , welches Simons war , und bat ihn , daß er's ein wenig vom Lande führte . Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff .
4Und als er hatte aufgehört zu reden , sprach er zu Simon : Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tut .
5Und Simon antwortete und sprach zu ihm : Meister , wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen , aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen .
6Und da sie das taten , beschlossen sie eine große Menge Fische , und ihr Netz zerriß .
7Und sie winkten ihren Gesellen , die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll , also daß sie sanken .
8Da das Simon Petrus sah , fiel er Jesu zu den Knieen und sprach : HERR , gehe von mir hinaus ! ich bin ein sündiger Mensch .
9Denn es war ihn ein Schrecken angekommen , ihn und alle , die mit ihm waren , über diesen Fischzug , den sie miteinander getan hatten ;
10desgleichen auch Jakobus und Johannes , die Söhne des Zebedäus , Simons Gesellen . Und Jesus sprach zu Simon : Fürchte dich nicht ; denn von nun an wirst du Menschen fangen .
11Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgten ihm nach .
12Und es begab sich , da er in einer Stadt war , siehe , da war ein Mann voll Aussatz . Da der Jesum sah , fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sprach : HERR , willst du , so kannst du mich reinigen .
13Und er streckte die Hand aus und rührte ihn an und sprach : Ich will's tun ; sei gereinigt ! Und alsobald ging der Aussatz von ihm .
14Und er gebot ihm , daß er's niemand sagen sollte ; sondern “gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung , wie Mose geboten , ihnen zum Zeugnis ”.
15Es kam aber die Sage von ihm immer weiter aus , und kam viel Volks zusammen , daß sie ihn hörten und durch ihn gesund würden von ihren Krankheiten .
16Er aber entwich in die Wüste und betete .
17Und es begab sich auf einen Tag , daß er lehrte ; und es saßen da die Pharisäer und Schriftgelehrten , die da gekommen waren aus allen Märkten in Galiläa und Judäa und von Jerusalem . Und die Kraft des HERRN ging von ihm, und er half jedermann .
18Und , siehe , etliche Männer brachten einen Menschen auf seinem Bette , der war gichtbrüchig ; und sie suchten , wie sie ihn hineinbrächten und vor ihn legten .
19Und da sie vor dem Volk nicht fanden , an welchen Ort sie ihn hineinbrächten , stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hernieder mit dem Bettlein mitten unter sie, vor Jesum .
20Und da er ihren Glauben sah , sprach er zu ihm : Mensch , deine Sünden sind dir vergeben .
21Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an , zu denken und sprachen : Wer ist der , daß er Gotteslästerungen redet ? Wer kann Sünden vergeben denn allein Gott ?
22Da aber Jesus ihre Gedanken merkte , antwortete er und sprach zu ihnen : Was denket ihr in euren Herzen ?
23Welches ist leichter : zu sagen : Dir sind deine Sünden vergeben , oder zu sagen : Stehe auf und wandle ?
24Auf das ihr aber wisset , daß des Menschen Sohn Macht hat , auf Erden Sünden zu vergeben , (sprach er zu dem Gichtbrüchigen ): Ich sage dir stehe auf und hebe dein Bettlein auf und gehe heim !
25Und alsbald stand er auf vor ihren Augen und hob das Bettlein auf , darauf er gelegen hatte , und ging heim und pries Gott .
26Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen : Wir haben heute seltsame Dinge gesehen .
27Und darnach ging er aus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm : Folge mir nach !
28Und er verließ alles , stand auf und folgte ihm nach .
29Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Hause , und viele Zöllner und andere saßen mit ihm zu Tisch .
30Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten wider seine Jünger und sprachen : Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern ?
31Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht , sondern die Kranken .
32Ich bin gekommen zu rufen die Sünder zur Buße , und nicht die Gerechten .
33Und sie sprachen zu ihm : Warum fasten des Johannes Jünger so oft und beten so viel, desgleichen der Pharisäer Jünger ; aber deine Jünger essen und trinken ?
34Er sprach aber zu ihnen : Ihr könnt die Hochzeitleute nicht zu fasten treiben , solange der Bräutigam bei ihnen ist .
35Es wird aber die Zeit kommen , daß der Bräutigam von ihnen genommen wird ; dann werden sie fasten .
36Und er sagte zu ihnen ein Gleichnis : Niemand flickt einen Lappen von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid ; sonst zerreißt er das neue , und der Lappen vom neuen reimt sich nicht auf das alte .
37Und niemand faßt Most in alte Schläuche ; sonst zerreißt der Most die Schläuche und wird verschüttet , und die Schläuche kommen um .
38Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen , so werden sie beide erhalten .
39Und niemand ist, der vom alten trinkt und wolle bald den neuen ; denn er spricht : Der alte ist milder .