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Lutherbibel 1912

Matthäus 14

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1Zu der Zeit kam das Gerücht von Jesu vor den Vierfürsten Herodes .

2Und er sprach zu seinen Knechten : Dieser ist Johannes der Täufer ; er ist von den Toten auferstanden , darum tut er solche Taten .

3Denn Herodes hatte Johannes gegriffen und in das Gefängnis gelegt wegen der Herodias , seines Bruders Philippus Weib .

4Denn Johannes hatte zu ihm gesagt : Es ist nicht recht , daß du sie habest .

5Und er hätte ihn gern getötet , fürchtete sich aber vor dem Volk ; denn sie hielten ihn für einen Propheten .

6Da aber Herodes seinen Jahrestag beging , da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen . Das gefiel Herodes wohl.

7Darum verhieß er ihr mit einem Eide , er wollte ihr geben , was sie fordern würde .

8Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war , sprach sie: Gib mir her auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers !

9Und der König ward traurig ; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische saßen , befahl er' s ihr zu geben .

10Und schickte hin und enthauptete Johannes im Gefängnis .

11Und sein Haupt ward hergetragen in einer Schüssel und dem Mägdlein gegeben ; und sie brachte es ihrer Mutter .

12Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leib und begruben ihn ; und kamen und verkündigten das Jesus .

13Da das Jesus hörte , wich er von dannen auf einem Schiff in eine Wüste allein . Und da das Volk das hörte , folgte es ihm nach zu Fuß aus den Städten .

14Und Jesus ging hervor und sah das große Volk ; und es jammerte ihn derselben, und er heilte ihre Kranken .

15Am Abend aber traten seine Jünger zu ihm und sprachen : Dies ist eine Wüste , und die Nacht fällt herein ; Laß das Volk von dir , daß sie hin in die Märkte gehen und sich Speise kaufen .

16Aber Jesus sprach zu ihnen : Es ist nicht not , daß sie hingehen ; gebt ihr ihnen zu essen .

17Sie sprachen : Wir haben hier nichts denn fünf Brote und zwei Fische .

18Und er sprach : Bringet sie mir her .

19Und er hieß das Volk sich lagern auf das Gras und nahm die fünf Brote und die zwei Fische , sah auf zum Himmel und dankte und brach' s und gab die Brote den Jüngern , und die Jünger gaben sie dem Volk .

20Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf , was übrigblieb von Brocken , zwölf Körbe voll .

21Die aber gegessen hatten waren, waren bei fünftausend Mann , ohne Weiber und Kinder .

22Und alsbald trieb Jesus seine Jünger , daß sie in das Schiff traten und vor ihm herüberfuhren , bis er das Volk von sich ließe .

23Und da er das Volk von sich gelassen hatte , stieg er auf einen Berg allein , daß er betete . Und am Abend war er allein daselbst .

24Und das Schiff war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen ; denn der Wind war ihnen zuwider .

25Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer .

26Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer gehen , erschraken sie und sprachen : Es ist ein Gespenst ! und schrieen vor Furcht .

27Aber alsbald redete Jesus mit ihnen und sprach : Seid getrost , Ich bin' s ; fürchtet euch nicht !

28Petrus aber antwortete ihm und sprach : HERR , bist du es, so heiß mich zu dir kommen auf dem Wasser .

29Und er sprach : Komm her ! Und Petrus trat aus dem Schiff und ging auf dem Wasser , daß er zu Jesu käme .

30Er sah aber einen starken Wind ; da erschrak er und hob an zu sinken , schrie und sprach : HERR , hilf mir !

31Jesus reckte alsbald die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: O du Kleingläubiger , warum zweifeltest du ?

32Und sie traten in das Schiff , und der Wind legte sich.

33Die aber im Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen : Du bist wahrlich Gottes Sohn !

34Und sie schifften hinüber und kamen in das Land Genezareth .

35Und da die Leute am selbigen Ort sein gewahr wurden , schickten sie aus in das ganze Land umher und brachten allerlei Ungesunde zu ihm

36und baten ihn , daß sie nur seines Kleides Saum anrührten . Und alle , die ihn anrührten , wurden gesund .

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