Lutherbibel 1912
Matthäus 17
1Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes , seinen Bruder , und führte sie beiseits auf einen hohen Berg .
2Und er ward verklärt vor ihnen , und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne , und seine Kleider wurden weiß wie ein Licht .
3Und siehe , da erschienen ihnen Mose und Elia ; die redeten mit ihm .
4Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu : HERR , hier ist gut sein ! Willst du , so wollen wir hier drei Hütten machen : dir eine , Mose eine und Elia eine .
5Da er noch also redete , siehe , da überschattete sie eine lichte Wolke . Und siehe , eine Stimme aus der Wolke sprach : Dies ist mein lieber Sohn , an welchem ich Wohlgefallen habe , den sollt ihr hören !
6Da das die Jünger hörten , fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr .
7Jesus aber trat zu ihnen , rührte sie an und sprach : Stehet auf und fürchtet euch nicht !
8Da sie aber ihre Augen aufhoben , sahen sie niemand denn Jesum allein .
9Und da sie vom Berge herabgingen , gebot ihnen Jesus und sprach : Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen , bis das des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist .
10Und seine Jünger fragten ihn und sprachen : Was sagen denn die Schriftgelehrten , Elia müsse zuvor kommen ?
11Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Elia soll ja zuvor kommen und alles zurechtbringen .
12Doch ich sage euch : Es ist Elia schon gekommen , und sie haben ihn nicht erkannt , sondern haben an ihm getan , was sie wollten . Also wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen .
13Da verstanden die Jünger , daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte .
14Und da sie zu dem Volk kamen , trat zu ihm ein Mensch und fiel ihm zu Füßen
15und sprach : HERR , erbarme dich über meinen Sohn ! denn er ist mondsüchtig und hat ein schweres Leiden : er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser ;
16und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht , und sie konnten ihm nicht helfen .
17Jesus aber antwortete und sprach : O du ungläubige und verkehrte Art , wie lange soll ich bei euch sein ? wie lange soll ich euch dulden ? Bringt ihn hierher !
18Und Jesus bedrohte ihn ; und der Teufel fuhr aus von ihm , und der Knabe ward gesund zu derselben Stunde .
19Da traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen : Warum konnten wir ihn nicht austreiben ?
20Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen : Um eures Unglaubens willen . Denn wahrlich ich sage euch : So ihr Glauben habt wie ein Senfkorn , so mögt ihr sagen zu diesem Berge : Hebe dich von hinnen dorthin ! so wird er sich heben ; und euch wird nichts unmöglich sein .
21Aber diese Art fährt nicht aus denn durch Beten und Fasten .
22Da sie aber ihr Wesen hatten in Galiläa , sprach Jesus zu ihnen : Es wird geschehen , daß des Menschen Sohn überantwortet wird in der Menschen Hände ;
23und sie werden ihn töten , und am dritten Tage wird er auferstehen . Und sie wurden sehr betrübt .
24Da sie nun gen Kapernaum kamen , gingen zu Petrus , die den Zinsgroschen einnahmen , und sprachen : Pflegt euer Meister nicht den Zinsgroschen zu geben?
25Er sprach : Ja . Und als er heimkam , kam ihm Jesus zuvor und sprach : Was dünkt dich , Simon ? Von wem nehmen die Könige auf Erden den Zoll oder Zins ? Von Ihren Kindern oder von den Fremden ?
26Da sprach zu ihm Petrus : Von den Fremden . Jesus sprach zu ihm : So sind die Kinder frei .
27Auf daß aber wir sie nicht ärgern , so gehe hin an das Meer und wirf die Angel , und den ersten Fisch , der herauffährt , den nimm ; und wenn du seinen Mund auftust , wirst du einen Stater finden ; den nimm und gib ihnen für mich und dich .