Lutherbibel 1912
Matthäus 4
1Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt , auf daß er von dem Teufel versucht würde.
2Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte , hungerte ihn .
3Und der Versucher trat zu ihm und sprach : Bist du Gottes Sohn , so sprich , daß diese Steine Brot werden .
4Und er antwortete und sprach : Es steht geschrieben : “Der Mensch lebt nicht vom Brot allein , sondern von einem jeglichen Wort , das durch den Mund Gottes geht .”
5Da führte ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels
6und sprach zu ihm : Bist du Gottes Sohn , so laß dich hinab ; denn es steht geschrieben : Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun , und sie werden dich auf Händen tragen , auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest .
7Da sprach Jesus zu ihm : Wiederum steht auch geschrieben : “Du sollst Gott , deinen HERRN , nicht versuchen .”
8Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
9und sprach zu ihm : Das alles will ich dir geben , so du niederfällst und mich anbetest .
10Da sprach Jesus zu ihm : Hebe dich weg von mir Satan ! denn es steht geschrieben : “Du sollst anbeten Gott , deinen HERRN , und ihm allein dienen .”
11Da verließ ihn der Teufel ; und siehe , da traten die Engel zu ihm und dienten ihm .
12Da nun Jesus hörte , daß Johannes überantwortet war , zog er in das galiläische Land .
13Und verließ die Stadt Nazareth , kam und wohnte zu Kapernaum , das da liegt am Meer , im Lande Sebulon und Naphthali ,
14auf das erfüllet würde , was da gesagt ist durch den Propheten Jesaja , der da spricht :
15“Das Land Sebulon und das Land Naphthali , am Wege des Meeres , jenseit des Jordans , und das heidnische Galiläa ,
16das Volk , das in Finsternis saß , hat ein großes Licht gesehen ; und die da saßen am Ort und Schatten des Todes , denen ist ein Licht aufgegangen .”
17Von der Zeit an fing Jesus an, zu predigen und zu sagen : Tut Buße , das Himmelreich ist nahe herbeigekommen !
18Als nun Jesus an dem Galiläischen Meer ging , sah er zwei Brüder , Simon , der da heißt Petrus , und Andreas , seinen Bruder , die warfen ihre Netze ins Meer ; denn sie waren Fischer .
19Und er sprach zu ihnen : Folget mir nach ; ich will euch zu Menschenfischern machen !
20Alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
21Und da er von da weiterging , sah er zwei andere Brüder , Jakobus , den Sohn des Zebedäus , und Johannes , seinen Bruder , im Schiff mit ihrem Vater Zebedäus , daß sie ihre Netze flickten ; und er rief sie .
22Alsbald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach .
23Und Jesus ging umher im ganzen galiläischen Lande , lehrte sie in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte allerlei Seuche und Krankheit im Volk .
24Und sein Gerücht erscholl in das ganze Syrienland . Und sie brachten zu ihm allerlei Kranke , mit mancherlei Seuchen und Qual behaftet , die Besessenen , die Mondsüchtigen und Gichtbrüchigen ; und er machte sie alle gesund .
25Und es folgte ihm nach viel Volks aus Galiläa , aus den Zehn- Städten , von Jerusalem , aus dem jüdischen Lande und von jenseits des Jordans .