Lutherbibel 1912
Nehemia 2
1Im Monat Nisan des zwanzigsten Jahre des Königs Arthahsastha , da Wein vor ihm stand , hob ich den Wein auf und gab dem König ; und ich sah traurig vor ihm .
2Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so übel ? Du bist ja nicht krank ? Das ist's nicht , sondern du bist schwermütig . Ich aber fürchtete mich gar sehr
3und sprach zu dem König : Der König lebe ewiglich ! Sollte ich nicht übel sehen ? Die Stadt da das Begräbnis meiner Väter ist , liegt wüst , und ihre Tore sind mit Feuer verzehrt .
4Da sprach der König : Was forderst du denn ? da betete ich zu dem Gott des Himmels
5und sprach zum König : Gefällt es dem König und ist dein Knecht angenehm vor dir , so wollest du mich senden nach Juda zu der Stadt des Begräbnisses meiner Väter , daß ich sie baue .
6Und der König sprach zu mir und die Königin , die neben ihm saß : Wie lange wird deine Reise währen , und wann wirst du wiederkommen ? Und es gefiel dem König , daß er mich hinsendete . Und ich setzte ihm eine bestimmte Zeit
7und sprach zum König : Gefällt es dem König , so gebe man mir Briefe an die Landpfleger jenseit des Wassers , daß sie mich hinübergeleiten , bis ich komme nach Juda ,
8und Briefe an Asaph den Holzfürsten des Königs , daß er mir Holz gebe zu Balken der Pforten an der Burg beim Tempel und zu der Stadtmauer und zum Hause , da ich einziehen soll . Und der König gab mir nach der guten Hand meines Gottes über mir.
9Und da ich kam zu den Landpflegern jenseit des Wassers , gab ich ihnen des Königs Briefe . Und der König sandte mit mir Hauptleute und Reiter .
10Da aber das hörten Saneballat , der Horoniter , und Tobia , der ammonitische Knecht , verdroß es sie sehr , daß ein Mensch gekommen wäre , der Gutes suchte für die Kinder Israel .
11Und da ich gen Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war ,
12machte ich mich des Nachts auf und wenig Männer mit mir (denn ich sagte keinem Menschen , was mir mein Gott eingegeben hatte zu tun an Jerusalem ), und war kein Tier mit mir, ohne das , darauf ich ritt .
13Und ich ritt zum Taltor aus bei der Nacht und gegen den Drachenbrunnen und an das Misttor ; und es tat mir wehe , daß die Mauern Jerusalems eingerissen waren und die Tore mit Feuer verzehrt .
14Und ging hinüber zu dem Brunnentor und zu des Königs Teich ; und war da nicht Raum meinem Tier , daß es unter mir hätte gehen können .
15Da zog ich bei Nacht den Bach hinan ; und es tat mir wehe , die Mauern also zu sehen. Und kehrte um und kam zum Taltor wieder heim .
16Und die Obersten wußten nicht , wo ich hinging oder was ich machte ; denn ich hatte bis daher den Juden und den Priestern , den Ratsherren und den Obersten und den andern , die am Werk arbeiteten , nichts gesagt .
17Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück , darin wir sind, daß Jerusalem wüst liegt und seine Tore sind mit Feuer verbrannt . Kommt , laßt uns die Mauern Jerusalems bauen , daß wir nicht mehr eine Schmach seien !
18Und sagte ihnen an die Hand meines Gottes , die gut über mir war, dazu die Worte des Königs , die er zu mir geredet hatte . Und sie sprachen : So laßt uns auf sein und bauen ! Und ihre Hände wurden gestärkt zum Guten .
19Da aber das Saneballat , der Horoniter und Tobia , der ammonitische Knecht , und Gesem , der Araber , hörten , spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen : Was ist das , das ihr tut ? Wollt ihr von dem König abfallen ?
20Da antwortete ich ihnen und sprach : Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen ; denn wir , seine Knechte , haben uns aufgemacht und bauen . Ihr aber habt kein Teil noch Recht noch Gedächtnis in Jerusalem .