Lutherbibel 1912
Psalmen 39
1Ein Psalm Davids , vorzusingen , für Jeduthun . Ich habe mir vorgesetzt : Ich will mich hüten , daß ich nicht sündige mit meiner Zunge . Ich will meinen Mund zäumen , weil ich muß den Gottlosen vor mir sehen.
2Ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen .
3Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe , und wenn ich daran gedenke , werde ich entzündet ; ich rede mit meiner Zunge .
4Aber, HERR , lehre mich doch , daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß .
5Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen , die doch so sicher leben ! ( Sela .)
6Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe ; sie sammeln , und wissen nicht , wer es einnehmen wird .
7Nun, Herr , wes soll ich mich trösten ? Ich hoffe auf dich.
8Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden .
9Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun ; denn du hast's getan .
10Wende deine Plage von mir ; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand .
11Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen , so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten . Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen ! ( Sela .)
12Höre mein Gebet , HERR , und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meine Tränen ; denn ich bin dein Pilger und dein Bürger wie alle meine Väter .
13Laß ab von mir , daß ich mich erquicke , ehe ich den hinfahre und nicht mehr hier sei.