Lutherbibel 1912
Psalmen 77
1Ein Psalm Asaphs für Jeduthun , vorzusingen . Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott ; zu Gott schreie ich , und er erhört mich .
2In der Zeit der Not suche ich den Herrn ; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab ; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen .
3Wenn ich betrübt bin , so denke ich an Gott ; wenn mein Herz in ängsten ist, so rede ich . ( Sela .)
4Meine Augen hältst du, daß sie wachen ; ich bin so ohnmächtig , daß ich nicht reden kann .
5Ich denke der alten Zeit , der vorigen Jahre .
6Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen ; mein Geist muß forschen .
7Wird denn der Herr ewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen ?
8Ist' s denn ganz und gar aus mit seiner Güte , und hat die Verheißung ein Ende ?
9Hat Gott vergessen , gnädig zu sein , und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen ? ( Sela .)
10Aber doch sprach ich : Ich muß das leiden ; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern .
11Darum gedenke ich an die Taten des HERRN ; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder
12und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun .
13Gott , dein Weg ist heilig . Wo ist so ein mächtiger Gott , als du, Gott , bist?
14Du bist der Gott , der Wunder tut ; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern .
15Du hast dein Volk erlöst mit Macht , die Kinder Jakobs und Josephs . ( Sela .)
16Die Wasser sahen dich, Gott , die Wasser sahen dich und ängsteten sich , und die Tiefen tobten .
17Die dicken Wolken gossen Wasser , die Wolken donnerten , und die Strahlen fuhren daher.
18Es donnerte im Himmel , deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden ; das Erdreich regte sich und bebte davon.
19Dein Weg war im Meer und dein Pfad in großen Wassern , und man spürte doch deinen Fuß nicht .
20Du führtest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron .