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Lutherbibel 1912

Ruth 1

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1Zu der Zeit , da die Richter regierten , ward eine Teuerung im Lande . Und ein Mann von Bethlehem- Juda zog wallen in der Moabiter Land mit seinem Weibe und seinen zwei Söhnen .

2Der hieß Elimelech und sein Weib Naemi und seine zwei Söhne Mahlon und Chiljon ; die waren Ephrather von Bethlehem- Juda . Und da sie kamen ins Land der Moabiter , blieben sie daselbst .

3Und Elimelech , der Naemi Mann , starb , und sie blieb übrig mit ihren zwei Söhnen .

4Die nahmen moabitische Weiber ; eine hieß Orpa , die andere Ruth . Und da sie daselbst gewohnt hatten ungefähr zehn Jahre ,

5starben sie alle beide , Mahlon und Chiljon , daß das Weib überlebte beide Söhne und ihren Mann .

6Da machte sie sich auf mit ihren zwei Schwiegertöchtern und zog wieder aus der Moabiter Lande ; denn sie hatte erfahren im Moabiterlande , daß der HERR sein Volk hatte heimgesucht und ihnen Brot gegeben .

7Und sie ging aus von dem Ort , da sie gewesen war , und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und da sie ging auf dem Wege , daß sie wiederkäme ins Land Juda ,

8sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern : Geht hin und kehrt um , eine jegliche zu ihrer Mutter Haus . Der HERR tue an euch Barmherzigkeit , wie ihr an den Toten und mir getan habt !

9Der HERR gebe euch, daß ihr Ruhe findet , eine jegliche in ihres Mannes Hause ! Und küßte sie . Da hoben sie ihre Stimmen auf und weinten

10und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen .

11Aber Naemi sprach : Kehrt um , meine Töchter ! warum wollt ihr mit mir gehen ? Wie kann ich fürder Kinder in meinem Leibe haben, die eure Männer sein könnten ?

12Kehrt um , meine Töchter , und geht hin ! denn ich bin nun zu alt , daß ich einen Mann nehme . Und wenn ich spräche : Es ist zu hoffen , daß ich diese Nacht einen Mann nehme und Kinder gebäre ,

13wie könntet ihr doch harren , bis sie groß würden ? wie wolltet ihr verziehen , daß ihr nicht Männer solltet nehmen ? Nicht , meine Töchter ! denn mich jammert euer sehr ; denn des HERRN Hand ist über mich ausgegangen .

14Da hoben sie ihre Stimme auf und weinten noch mehr . Und Opra küßte ihre Schwiegermutter ; Ruth aber blieb bei ihr .

15Sie aber sprach : Siehe , deine Schwägerin ist umgewandt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott ; kehre auch du um , deiner Schwägerin nach .

16Ruth antwortete : Rede mir nicht ein , daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren . Wo du hin gehst , da will ich auch hin gehen ; wo du bleibst , da bleibe ich auch . Dein Volk ist mein Volk , und dein Gott ist mein Gott .

17Wo du stirbst , da sterbe ich auch , da will ich auch begraben werden . Der HERR tue mir dies und das , der Tod muß mich und dich scheiden .

18Als sie nun sah , daß sie fest im Sinn war , mit ihr zu gehen , ließ sie ab , mit ihr davon zu reden .

19Also gingen die beiden miteinander , bis sie gen Bethlehem kamen . Und da sie nach Bethlehem hineinkamen , regte sich die ganze Stadt über ihnen und sprach : Ist das die Naemi ?

20Sie aber sprach : Heißt mich nicht Naemi , sondern Mara ; denn der Allmächtige hat mich sehr betrübt .

21Voll zog ich aus , aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht . Warum heißt ihr mich denn Naemi , so mich doch der HERR gedemütigt und der Allmächtige betrübt hat ?

22Es war aber um die Zeit, daß die Gerstenernte anging , da Naemi mit ihrer Schwiegertochter Ruth , der Moabitin , wiederkam vom Moabiterlande gen Bethlehem .

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