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Lutherbibel 1912

Hiob 16

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1Hiob antwortete und sprach :

2Ich habe solches oft gehört . Ihr seid allzumal leidige Tröster !

3Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech , also zu reden ?

4Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt , so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln .

5Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten .

6Aber wenn ich schon rede , so schont mein der Schmerz nicht ; lasse ich's anstehen so geht er nicht von mir.

7Nun aber macht er mich müde und verstört alles , was ich bin .

8Er hat mich runzlig gemacht , das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht .

9Sein Grimm zerreißt , und der mir gram ist , beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.

10Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen ; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt .

11Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen .

12Ich war in Frieden , aber er hat mich zunichte gemacht ; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet .

13Er hat mich umgeben mit seinen Schützen ; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont ; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet .

14Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht ; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger .

15Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt .

16Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen , und meine Augenlider sind verdunkelt ,

17wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein .

18Ach Erde , bedecke mein Blut nicht ! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte !

19Auch siehe da , meine Zeuge ist mein Himmel ; und der mich kennt , ist in der Höhe .

20Meine Freunde sind meine Spötter ; aber mein Auge tränt zu Gott ,

21daß er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott , zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde .

22Denn die bestimmten Jahre sind gekommen , und ich gehe hin des Weges , den ich nicht wiederkommen werde .

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