Lutherbibel 1912
Hiob 17
1Mein Odem ist schwach , und meine Tage sind abgekürzt ; das Grab ist da.
2Fürwahr , Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muß mein Auge weilen .
3Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten ?
4Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen ; darum wirst du ihnen den Sieg geben .
5Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute ; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten .
6Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht , und ich muß mir ins Angesicht speien lassen .
7Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern , und alle meine Glieder sind wie ein Schatten .
8Darüber werden die Gerechten sich entsetzen , und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler .
9Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten ; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen .
10Wohlan , so kehrt euch alle her und kommt ; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden .
11Meine Tage sind vergangen ; meine Anschläge sind zerrissen , die mein Herz besessen haben.
12Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht .
13Wenn ich gleich lange harre , so ist doch bei den Toten mein Haus , und in der Finsternis ist mein Bett gemacht ;
14Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester :
15was soll ich denn harren ? und wer achtet mein Hoffen ?
16Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen .