Lutherbibel 1912
Markus 3
1Und er ging abermals in die Schule . Und es war da ein Mensch , der hatte eine verdorrte Hand .
2Und sie lauerten darauf , ob er auch am Sabbat ihn heilen würde , auf daß sie eine Sache wider ihn hätten .
3Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand : Tritt hervor !
4Und er sprach zu ihnen : Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun , das Leben erhalten oder töten ? Sie aber schwiegen still .
5Und er sah sie umher an mit Zorn und ward betrübt über ihr verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen : Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus ; und die Hand ward ihm gesund wie die andere .
6Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald einen Rat mit des Herodes Dienern über ihn , wie sie ihn umbrächten .
7Aber Jesus entwich mit seinen Jüngern an das Meer ; und viel Volks folgte ihm nach aus Galiläa und aus Judäa
8und von Jerusalem und aus Idumäa und von jenseits des Jordans , und die um Tyrus und Sidon wohnen, eine große Menge , die seine Taten hörten , und kamen zu ihm .
9Und er sprach zu seinen Jüngern , daß sie ihm ein Schifflein bereit hielten um des Volkes willen, daß sie ihn nicht drängten .
10Denn er heilte ihrer viele , also daß ihn überfielen alle , die geplagt waren , auf daß sie ihn anrührten .
11Und wenn ihn die unsauberen Geister sahen , fielen sie vor ihm nieder , schrieen und sprachen : Du bist Gottes Sohn !
12Und er bedrohte sie hart , daß sie ihn nicht offenbar machten .
13Und er ging auf einen Berg und rief zu sich , welche er wollte , und die gingen hin zu ihm .
14Und er ordnete die Zwölf , daß sie bei ihm sein sollten und daß er sie aussendete , zu predigen ,
15und daß sie Macht hätten , die Seuchen zu heilen und die Teufel auszutreiben .
16Und gab Simon den Namen Petrus ;
17und Jakobus , den Sohn des Zebedäus , und Johannes , den Bruder des Jakobus , und gab ihnen den Namen Bnehargem , das ist gesagt : Donnerskinder ;
18und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus , des Alphäus Sohn , und Thaddäus und Simon von Kana
19und Judas Ischariot , der ihn verriet .
20Und sie kamen nach Hause , und da kam abermals das Volk zusammen , also daß sie nicht Raum hatten , zu essen .
21Und da es die Seinen hörten , gingen sie aus und wollten ihn halten ; denn sie sprachen : Er ist von Sinnen .
22Die Schriftgelehrten aber , die von Jerusalem herabgekommen waren , sprachen : Er hat den Beelzebub , und durch den obersten Teufel treibt er die Teufel aus .
23Und er rief sie zusammen und sprach zu ihnen in Gleichnissen : Wie kann ein Satan den anderen austreiben ?
24Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird , kann es nicht bestehen .
25Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird , kann es nicht bestehen .
26Setzt sich nun der Satan wider sich selbst und ist mit sich selbst uneins , so kann er nicht bestehen , sondern es ist aus mit ihm.
27Es kann niemand einem Starken in sein Haus fallen und seinen Hausrat rauben , es sei denn , daß er zuvor den Starken binde und alsdann sein Haus beraube .
28Wahrlich , ich sage euch : Alle Sünden werden vergeben den Menschenkindern , auch die Gotteslästerungen , womit sie Gott lästern ;
29wer aber den Heiligen Geist lästert , der hat keine Vergebung ewiglich , sondern ist schuldig des ewigen Gerichts .
30Denn sie sagten : Er hat einen unsauberen Geist .
31Und es kam seine Mutter und seine Brüder und standen draußen , schickten zu ihm und ließen ihn rufen .
32Und das Volk saß um ihn . Und sie sprachen zu ihm : Siehe , deine Mutter und deine Brüder draußen fragen nach dir .
33Und er antwortete ihnen und sprach : Wer ist meine Mutter und meine Brüder ?
34Und er sah rings um sich auf die Jünger, die im Kreise saßen , und sprach : Siehe , das ist meine Mutter und meine Brüder !
35Denn wer Gottes Willen tut , der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter .