Lutherbibel 1912
Matthäus 8
1Da er aber vom Berg herabging , folgte ihm viel Volks nach .
2Und siehe , ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach : HERR , so du willst , kannst du mich wohl reinigen .
3Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach : Ich will' s tun; sei gereinigt ! Und alsbald ward er vom Aussatz rein .
4Und Jesus sprach zu ihm : Siehe zu, sage es niemand ; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe , die Mose befohlen hat , zu einem Zeugnis über sie .
5Da aber Jesus einging zu Kapernaum , trat ein Hauptmann zu ihm , der bat ihn
6und sprach : HERR , mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual .
7Jesus sprach zu ihm : Ich will kommen und ihn gesund machen .
8Der Hauptmann antwortete und sprach : HERR , ich bin nicht wert , daß du unter mein Dach gehest ; sondern sprich nur ein Wort , so wird mein Knecht gesund .
9Denn ich bin ein Mensch , der Obrigkeit untertan , und habe unter mir Kriegsknechte ; und wenn ich sage zu einem : Gehe hin! so geht er; und zum andern : Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht : Tu das ! so tut er's.
10Da das Jesus hörte , verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten : Wahrlich ich sage euch : Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden !
11Aber ich sage euch viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen ;
12aber die Kinder des Reiches werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus ; da wird sein Heulen und Zähneklappen .
13Und Jesus sprach zu dem Hauptmann : Gehe hin ; dir geschehe , wie du geglaubt hast . Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde .
14Und Jesus kam in des Petrus Haus und sah , daß seine Schwiegermutter lag und hatte das Fieber .
15Da griff er ihre Hand an, und das Fieber verließ sie . Und sie stand auf und diente ihnen .
16Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm ; und er trieb die Geister aus mit Worten und machte allerlei Kranke gesund ,
17auf das erfüllt würde , was gesagt ist durch den Propheten Jesaja , der da spricht : “ Er hat unsere Schwachheiten auf sich genommen , und unsere Seuchen hat er getragen .”
18Und da Jesus viel Volks um sich sah , hieß er hinüber jenseit des Meeres fahren .
19Und es trat zu ihm ein Schriftgelehrter , der sprach zu ihm : Meister , ich will dir folgen , wo du hin gehst .
20Jesus sagt zu ihm : Die Füchse haben Gruben , und die Vögel unter dem Himmel haben Nester ; aber des Menschen Sohn hat nicht , da er sein Haupt hin lege .
21Und ein anderer unter seinen Jüngern sprach zu ihm : HERR , erlaube mir , daß hingehe und zuvor meinen Vater begrabe .
22Aber Jesus sprach zu ihm : Folge du mir und laß die Toten ihre Toten begraben !
23Und er trat in das Schiff , und seine Jünger folgten ihm .
24Und siehe , da erhob sich ein großes Ungestüm im Meer , also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward ; und er schlief .
25Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen : HERR , hilf uns , wir verderben !
26Da sagte er zu ihnen : Ihr Kleingläubigen , warum seid ihr so furchtsam ? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer ; da ward es ganz stille .
27Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen : Was ist das für ein Mann , daß ihm Wind und Meer gehorsam ist ?
28Und er kam jenseit des Meeres in die Gegend der Gergesener . Da liefen ihm entgegen zwei Besessene , die kamen aus den Totengräbern und waren sehr grimmig , also daß niemand diese Straße wandeln konnte .
29Und siehe , sie schrieen und sprachen : Ach Jesu , du Sohn Gottes , was haben wir mit dir zu tun ? Bist du hergekommen , uns zu quälen , ehe denn es Zeit ist?
30Es war aber ferne von ihnen ein große Herde Säue auf der Weide .
31Da baten ihn die Teufel und sprachen : Willst du uns austreiben , so erlaube uns , in die Herde Säue zu fahren .
32Und er sprach : Fahret hin ! Da fuhren sie aus und in die Herde Säue . Und siehe , die ganze Herde Säue stürzte sich von dem Abhang ins Meer und ersoffen im Wasser .
33Und die Hirten flohen und gingen hin in die Stadt und sagten das alles und wie es mit den Besessenen ergangen war.
34Und siehe , da ging die ganze Stadt heraus Jesu entgegen . Und da sie ihn sahen , baten sie ihn, daß er aus ihrer Gegend weichen wollte .