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Lutherbibel 1912

Psalmen 73

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1Ein Psalm Asaphs . Israel hat dennoch Gott zum Trost , wer nur reines Herzens ist.

2Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen ; mein Tritt wäre beinahe geglitten .

3Denn es verdroß mich der Ruhmredigen , da ich sah , daß es den Gottlosen so wohl ging .

4Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes , sondern stehen fest wie ein Palast .

5Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt .

6Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein , und ihr Frevel muß wohl getan heißen .

7Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst ; sie tun , was sie nur gedenken .

8Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.

9Was sie reden , daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen , das muß gelten auf Erden .

10Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser

11und sprechen : “Was sollte Gott nach jenen fragen ? Was sollte der Höchste ihrer achten ?”

12Siehe, das sind die Gottlosen ; die sind glücklich in der Welt und werden reich .

13Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche ,

14ich bin geplagt täglich , und meine Strafe ist alle Morgen da?

15Ich hätte auch schier so gesagt wie sie ; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder , die je gewesen sind .

16Ich dachte ihm nach, daß ich's begreifen möchte ; aber es war mir zu schwer ,

17bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende .

18Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden .

19Wie werden sie so plötzlich zunichte ! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken .

20Wie ein Traum , wenn einer erwacht , so machst du , Herr , ihr Bild in der Stadt verschmäht .

21Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren ,

22da war ich ein Narr und wußte nichts ; ich war wie ein Tier vor dir.

23Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand ,

24du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an .

25Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde .

26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet , so bist du doch, Gott , allezeit meines Herzens Trost und mein Teil .

27Denn siehe, die von dir weichen , werden umkommen ; du bringest um , alle die von dir abfallen .

28Aber das ist meine Freude , daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den Herrn HERRN , daß ich verkündige all dein Tun .

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