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Lutherbibel 1912

Markus 9

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1Und er sprach zu ihnen : Wahrlich ich sage euch : Es stehen etliche hier , die werden den Tod nicht schmecken , bis daß sie sehen das Reich Gottes mit seiner Kraft kommen .

2Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus , Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg besonders allein und verklärte sich vor ihnen .

3Und seine Kleider wurden hell und sehr weiß wie der Schnee , daß sie kein Färber auf Erden kann so weiß machen .

4Und es erschien ihnen Elia mit Mose und hatten eine Rede mit Jesu .

5Und Petrus antwortete und sprach zu Jesu : Rabbi , hier ist gut sein . Lasset uns drei Hütten machen : dir eine , Mose eine und Elia eine .

6Er wußte aber nicht , was er redete ; denn sie waren bestürzt .

7Und es kam eine Wolke , die überschattete sie . Und eine Stimme fiel aus der Wolke und sprach : Das ist mein lieber Sohn ; den sollt ihr hören !

8Und bald darnach sahen sie um sich und sahen niemand mehr denn allein Jesum bei ihnen .

9Da sie aber vom Berge herabgingen , verbot ihnen Jesus , daß sie niemand sagen sollten , was sie gesehen hatten , bis des Menschen Sohn auferstünde von den Toten .

10Und sie behielten das Wort bei sich und befragten sich untereinander : Was ist doch das Auferstehen von den Toten ?

11Und sie fragten ihn und sprachen : Sagen doch die Schriftgelehrten , daß Elia muß zuvor kommen .

12Er antwortete aber und sprach zu ihnen : Elia soll ja zuvor kommen und alles wieder zurechtbringen ; dazu soll des Menschen Sohn viel leiden und verachtet werden , wie denn geschrieben steht .

13Aber ich sage euch : Elia ist gekommen , und sie haben an ihm getan , was sie wollten , nach dem von ihm geschrieben steht .

14Und er kam zu seinen Jüngern und sah viel Volks um sie und Schriftgelehrte , die sich mit ihnen befragten .

15Und alsbald , da alles Volk ihn sah , entsetzten sie sich , liefen zu und grüßten ihn .

16Und er fragte die Schriftgelehrten : Was befragt ihr euch mit ihnen ?

17Einer aber aus dem Volk antwortete und sprach : Meister , ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir , der hat einen sprachlosen Geist .

18Und wo er ihn erwischt , da reißt er ihn ; und er schäumt und knirscht mit den Zähnen und verdorrt . Ich habe mit deinen Jüngern geredet , daß sie ihn austrieben , und sie können' s nicht .

19Er antwortete ihm aber und sprach : O du ungläubiges Geschlecht , wie lange soll ich bei euch sein ? wie lange soll ich euch tragen ? Bringet ihn her zu mir !

20Und sie brachten ihn her zu ihm . Und alsbald , da ihn der Geist sah , riß er ihn ; und er fiel auf die Erde und wälzte sich und schäumte .

21Und er fragte seinen Vater : Wie lange ist' s , daß es ihm widerfahren ist ? Er sprach : Von Kind auf.

22Und oft hat er ihn in Feuer und Wasser geworfen , daß er ihn umbrächte . Kannst du aber was , so erbarme dich unser und hilf uns !

23Jesus aber sprach zu ihm : Wenn du könntest Glauben ! Alle Dinge sind möglich dem , der da glaubt .

24Und alsbald schrie des Kindes Vater mit Tränen und sprach : Ich glaube , lieber HERR , hilf meinem Unglauben !

25Da nun Jesus sah , daß das Volk zulief , bedrohte er den unsauberen Geist und sprach zu ihm : Du sprachloser und tauber Geist , ich gebiete dir , daß du von ihm ausfahrest und fahrest hinfort nicht in ihn !

26Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus . Und er ward , als wäre er tot , daß auch viele sagten : Er ist tot .

27Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf ; und er stand auf .

28Und da er heimkam , fragten ihn seine Jünger besonders : Warum konnten wir ihn nicht austreiben ?

29Und er sprach : Diese Art kann mit nichts ausfahren denn durch Beten und Fasten .

30Und sie gingen von da hinweg und wandelten durch Galiläa ; und er wollte nicht , daß es jemand wissen sollte .

31Er lehrte aber seine Jünger und sprach zu ihnen : Des Menschen Sohn wird überantwortet werden in der Menschen Hände , und sie werden ihn töten ; und wenn er getötet ist , so wird er am dritten Tage auferstehen .

32Sie aber verstanden das Wort nicht , und fürchteten sich , ihn zu fragen .

33Und er kam gen Kapernaum . Und da er daheim war , fragten er sie : Was handeltet ihr miteinander auf dem Wege ?

34Sie aber schwiegen ; denn sie hatten miteinander auf dem Wege gehandelt , welcher der Größte wäre.

35Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen : So jemand will der Erste sein , der soll der Letzte sein vor allen und aller Knecht .

36Und er nahm ein Kindlein und stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen :

37Wer ein solches Kindlein in meinem Namen aufnimmt , der nimmt mich auf ; und wer mich aufnimmt , der nimmt nicht mich auf , sondern den, der mich gesandt hat .

38Johannes aber antwortete ihn und sprach : Meister , wir sahen einen , der trieb Teufel in deinem Namen aus , welcher uns nicht nachfolgt ; und wir verboten' s ihm , darum daß er uns nicht nachfolgt .

39Jesus aber sprach : Ihr sollt' s ihm nicht verbieten . Denn es ist niemand , der eine Tat tue in meinem Namen , und möge bald übel von mir reden .

40Wer nicht wider uns ist , der ist für uns .

41Wer aber euch tränkt mit einem Becher Wassers in meinem Namen , darum daß ihr Christo angehöret , wahrlich , ich sage euch , es wird ihm nicht unvergolten bleiben .

42Und wer der Kleinen einen ärgert , die an mich glauben , dem wäre es besser , daß ihm ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde .

43So dich aber deine Hand ärgert , so haue sie ab ! Es ist dir besser , daß du als ein Krüppel zum Leben eingehest , denn daß du zwei Hände habest und fahrest in die Hölle , in das ewige Feuer ,

44da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht .

45Ärgert dich dein Fuß , so haue ihn ab . Es ist dir besser , daß du lahm zum Leben eingehest , denn daß du zwei Füße habest und werdest in die Hölle geworfen , in das ewige Feuer ,

46da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht .

47Ärgert dich dein Auge , so wirf' s von dir ! Es ist dir besser , daß du einäugig in das Reich Gottes gehest , denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen ,

48da ihr Wurm nicht stirbt ihr Feuer nicht verlöscht .

49Es muß ein jeglicher mit Feuer gesalzen werden , und alles Opfer wird mit Salz gesalzen .

50Das Salz ist gut ; so aber das Salz dumm wird , womit wird man' s würzen ? Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander .

Sources and attribution